Das antike Stadtgebiet von A. liegt auf dem Boden der polit. Gem. Augst, Kaiseraugst und teilweise auch Pratteln am Südufer des Rheins in verkehrsgeogr. und strateg. günstiger Lage. Das Gelände eignete sich für den Brückenschlag wie für Hafenanlagen. Die Zivilstadt des 1. bis 3. Jh. n.Chr. lag leicht erhöht auf einer Terrasse (Oberstadt, Augst). Der Ausbau der Siedlung in der Unterstadt - mit Flusshafen, Handelseinrichtungen und Handwerkerquartieren - in der Rheinniederung (Kaiseraugst) erfolgte ab etwa 100 n.Chr. am Standort eines um 20-50 n.Chr. errichteten und inzwischen aufgelassenen frühkaiserzeitl. Militärlagers. In der Spätzeit, ab etwa 270 n.Chr., entstanden die befestigte Wehranlage auf dem Geländesporn Kastelen (Augst) sowie im 4. Jh. direkt am Rhein und an der Stelle des späteren Dorfes Kaiseraugst das spätröm. Castrum Rauracense. Das Stadtgebiet erreichte um 200 n.Chr. seine grösste Ausdehnung. Der stark erweiterte alte Siedlungskern der Oberstadt umfasste mit seinen 53 insulae, den Tempelbez. im Westen und den Aussenquartieren im Süden rund 77 ha. Die Unterstadt folgte auf 800 m dem Rheinufer und umschloss weitere 29 ha. Mit 106 ha war A. somit etwas grösser als Aventicum (80 ha) und wenig kleiner als z.B. die Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln, 110 ha) oder die Colonia Augusta Treverorum (Trier, 150 ha).
1 - Geschichte und Bedeutung