Die Bildung der Z. steht in engem Zusammenhang mit der Entstehung des Stadtbürgertums, das seit dem Ende des 13. Jh. nach Beteiligung an der polit. Macht strebte. Schon seit dem 12. Jh. begannen sich Handwerker in den west- und mitteleurop. Städten nach Gewerbe oder Gewerbegruppen zu genossenschaftlich organisierten Verbänden zusammenzuschliessen (Handwerk). Die Bezeichnung Z. für solche gewerbl. Verbände findet sich für den deutschsprachigen Raum erstmals 1226 in Basel. Als métiers bzw. mestieri oder arti wurden sie in den französisch- bzw. italienischsprachigen Gebieten (ab dem 18. Jh. auch als corporations oder corporazioni), als Gilde in Norddeutschland und als Gaffel am Niederrhein bezeichnet. Unter Historikern und Nationalökonomen des 19. Jh. wurde die Entstehung der städt. Handwerkerorganisationen kontrovers diskutiert. Drei versch. Thesen lassen sich ausmachen: erstens seien sie aus den gewerbl. Verbänden der Fronhöfe der Grundherren hervorgegangen, zweitens handle es sich um freie Einungen als Ergebnis der allgemeinen ma. Assoziationsbewegung, drittens seien sie aus verwaltungstechn. Erwägungen zur besseren Marktkontrolle von den Stadtherren geschaffen worden.
1 - SpätmittelalterAutorin/Autor: Katharina Simon-Muscheid