Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) Dizionario storico della Svizzera (DSS)

19/11/2009

Gartenbau



G. ist die älteste Form der Bodenbearbeitung und Pflanzenpflege, sofern man darunter Arbeiten wie Umgraben, Hacken, Rechen, Auflockern der Erde, Jäten, Einsäen und Einpflanzen, Begiessen, Schneiden und Aufbinden von Pflanzen versteht. Doch ist G. mehr als einfacher Hackbau: Nach Möglichkeit wurden dafür die besten Böden mit optimalen Feuchtigkeits- und Wärmeverhältnissen in Haus- oder Siedlungsnähe ausgewählt, denn Bodenqualität und Mikroklima beeinflussen das Gedeihen der Pflanzen wesentlich. Eine scharfe Abgrenzung des G.s vom Ackerbau ist nicht möglich, denn noch im 18. Jh. wurde offenes Land "gartenbaumässig" genutzt, d.h. regelmässig von Hand mit Spaten, Stechgabel, Hacke und anderen typ. Gartenwerkzeugen bearbeitet. Reihensaat anstelle von Breitsaat gewährleistete zudem, dass die einzelnen Pflanzen für jegl. Arbeiten in der Vegetationszeit zugänglich blieben.

Der ab 1850 gewerblich betriebene G. nutzte als Anbaufläche in zunehmendem Masse nicht mehr eigentl. Gärten, sondern Gewächshäuser und das freie Feld. Der Beruf des Gärtners erfuhr eine Diversifizierung (Obst, Gemüse, Blumen, Bäume und Sträucher). Ausserdem hat G. als Freizeitbeschäftigung inbesondere seit dem 20. Jh. einen Aufschwung erfahren (Schrebergärten).

1 - Subsistenzorientierter Gartenbau bis 1850
2 - Gewerblicher Gartenbau ab 1850
3 - Gewerblicher Gartenbau im 20. und 21. Jahrhundert
4 - Ausbildung zum Gärtner
Quellen und Literatur