Vom SpätMA bis nach 1900 ist H. als Handarbeit unter Verwendung von einfachen Werkzeugen zu definieren. Der Handwerker -- Betriebsinhaber und Produzent -- arbeitete allein oder mit Hilfskräften (Geselle, Lehrling) v.a. für die lokale Kundschaft, teils auch auf Vorrat, den er selbst absetzte. Der Meisterbetrieb herrschte vor (Meister). H. heute umfasst Betriebe von unterschiedl. Grösse und Technisierung v.a. in den Bereichen Qualitätsarbeit (Luxusgüter, Kunsthandwerk) mit Einzelanfertigung auf Bestellung des Kunden sowie Reparatur und Unterhalt von industriellen Erzeugnissen. Handwerkl. Berufe sind auch in der Industrie und in der öffentl. Verwaltung integriert.
In der schweiz. Geschichtsforschung stand die Handwerksgeschichte bis nach 1950 im Schatten der Geschichte der Zünfte; nur einige rechts- und wirtschaftshist. Werke behandelten das H. im Rahmen der Volkswirtschaft. Handwerksforschung in volkskundl., sozial- und wirtschaftsgeschichtl. Ausrichtung setzte nach 1970 ein. Zu den behandelten Themen gehören u.a. Stadt- und Landhandwerk, Migrations-, Gesellen-, Alltags- und Mentalitätsforschung.
1 - Frühzeit