19/12/2011 | drucken

Surcuolm



Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Lumnezia/Lugnez, Bez. Surselva (bis 2000 Bez. Glenner). Seit 2009 zusammen mit Flond Teil der neuen polit. Gem. Mundaun. S. gehört geografisch zum Plateau von Obersaxen und wies ursprünglich ein ähnliches Siedlungsmuster mit Weilern und Einzelhöfen um das Kerndorf auf. Die Gem. ist indes rätorom. und kath., Letzteres im Gegensatz zu den Nachbarsiedlungen Flond und Luven. Das Toponym surgolm ist 1570 fassbar; der bis 1943 offizielle Name Neukirch taucht erst im 18. Jh. auf. 1850 167 Einw.; 1900 55; 1940 112; 1950 83; 1990 93. Nach dem 11. Jh. vom Lugnez her besiedelt, bestand S. um 1480 aus sieben Höfen, die politisch und wirtschaftlich eng mit Morissen verflochten waren und im 16. Jh. zum Hochgericht Lugnez gehörten. Die 1604 erbaute Kirche St. Georg war bis 1643 Filiale der Lugnezer Talkirche Pleif. Um 1630 Trennung von Morissen, Weidegemeinschaft bis 1895. Vor 1970 typ. Bergbauerndorf mit Ackerbau und Viehwirtschaft, wandelte sich S. zum Tourismusort mit Skigebieten am Piz Mundaun, Herbergen und zahlreichen Ferienhäusern. 1964-92 Gesamtmelioration mit Flond und teilweise Obersaxen. Seit 1989 Schulkonsortium mit Flond. 2005 stellte der 1. Sektor 23% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
Kdm GR 4, 1942, 202
Gem. GR
S., 1997

Autorin/Autor: Adolf Collenberg