Vom Steinstossen an städt. und ländl. Anlässen berichten bereits spätma. Quellen. 1472 wurde am Schützenfest von Zürich mit drei verschieden schweren Steinen (15, 30 und 50 Pfund) gestossen. Ähnlich wie das Schwingen wurde die Disziplin aber in der Folgezeit zu einem Bestandteil der Sennenwettkämpfe. Reisebeschreibungen des 18. Jh. erwähnen den Brauch im Appenzell, in Glarus und Schwyz. Dabei kamen nach diesen Angaben 100 bis 200 Pfund schwere Steine zum Einsatz. Gestossen wurde mit oder ohne Anlauf, ein- oder beidhändig, nach einer Zielmarke oder auf grösstmögl. Weite.
Besondere Beachtung fand die Disziplin an den Unspunnenfesten von 1805 und 1808. Ein Duplikat des dort verwendeten, 83,5 kg schweren Findlings kam ab 1905 an weiteren Unspunnen- und an eidg. Schwingfesten zum Einsatz. Dieser Stein mit den eingemeisselten Jahresdaten der ersten Anlässe wurde indes 1984 von jurass. Separatisten aus dem Museum der Jungfrauregion entwendet. Anlässlich des Marché-Concours tauchte der Stein in Saignelégier 2001 im Vorfeld der Expo 02 überraschend wieder auf. Im Sept. 2005 wurde er erneut gestohlen.
Autorin/Autor: Hans Peter Treichler