Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) Dizionario storico della Svizzera (DSS)

10/12/2009

Christlichdemokratische Volkspartei (CVP)



Die CVP ist in den Kontext der Parteigeschichte des polit. Katholizismus und des polit. Konservatismus zu stellen. Ihre Vorgängerinnen waren Katholikenparteien, deren organisatorische Anfänge in die 1. Hälfte des 19. Jh. zurückreichen und die einen Gegenpol zu den liberal-radikalen Parteien bildeten. Die Programmatik der schweiz. Christlichdemokraten ist im Zusammenhang mit jener der europ. Christdemokratie zu sehen. Der Bezug auf die christl. Weltanschauung findet sich bereits in den Programmen von 1881 und 1912 (Katholisch-Konservative). Schon früh wies die Partei auf die christl. Soziallehre als ihre Grundlage hin. Mehrmals änderte sie ihren Namen: 1894 nannte sie sich Kath. Volkspartei, ab 1912 Konservative Volkspartei, ab 1957 Konservativ-Christlichsoziale Volkspartei und seit 1970 CVP; im Folgenden wird der Begriff CVP auch für die Geschichte der Partei vor 1970 verwendet. Nach dem 2. Vatikan. Konzil 1962-65 vollzog die CVP eine programmat. Öffnung, die zu den Parteireformen von 1970-71 führte. Mit dem neuen Kurs rückte sie in die Mitte des schweiz. Parteienspektrums. In der Sozialpolitik koalierte sie häufig mit den Sozialdemokraten, in der Wirtschafts- und Finanzpolitik mit dem Freisinn, während sie in der Kultur- und Kirchenpolitik christl.-konservative Positionen vertrat. Trotz der ideolog. Öffnung blieb sie auch Anfang des 21. Jh. eine mehrheitlich kath. Partei. 1972 stammten rund 14% der Wähler aus den Reihen des Protestantismus. In den ursprünglich ref. Kantonen konnte die Partei nicht richtig Fuss fassen.

1 - Verankerung und Entwicklung
2 - Die CVP als Regierungspartei
Quellen und Literatur