Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) Dizionario storico della Svizzera (DSS)

03/02/2010

Ländliche Unruhen



Unter L. sind kollektive, in ihrem räuml. Ausmass in der Regel lokal oder regional begrenzte Protestbewegungen und Revolten des SpätMA und der frühen Neuzeit zu verstehen, die auf soziale, wirtschaftl., rechtl. und polit. Spannungen und Interessengegensätze zwischen der Herrschaft und der von ihr beherrschten ländl. Bevölkerung (Bauern, unterbäuerl. Schichten) zurückzuführen sind (Soziale Konflikte). Militante Aktionsformen lassen sich dabei nicht scharf von anderen kollektiven Widerstandshandlungen (prozessuale Konfliktaustragung, Leistungs-, Abgabe-, Huldigungsverweigerung usw.) abgrenzen, denn einerseits stellt die gewaltsame Revolte meist den Endpunkt eines langen Eskalationsprozesses dar, in dessen Verlauf sich gewaltfreie Konfliktformen als wirkungslos erwiesen hatten, andererseits blieben friedl. Mittel auch im Stadium der offenen Unruhen Bestandteil der Vorgehensweise der Opponierenden. In Abgrenzung zu städt. Bürger- und Zunftrevolten (Städtische Unruhen) spricht man auch von Bauernrevolten oder -unruhen. Die Zeitgenossen verwendeten unterschiedl. Begriffe. Obrigkeitl. Quellen sprechen von Aufruhr, Aufstand, Empörung, Rebellion oder Revolte, während die Untertanen selbst neutralere und positiver konnotierte Ausdrücke wie Spenn, Streit oder Zwietracht benutzten.

Autorin/Autor: Niklaus Landolt

1 - Historiografie
2 - Ursachen
3 - Konfliktformen und Träger
4 - Ergebnisse
Quellen und Literatur

Autorin/Autor: Niklaus Landolt