Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) Dizionario storico della Svizzera (DSS)

22/08/2005

Schuders



Ehem. polit. Gem. GR, seit 1878 Fraktion der polit. Gem. Schiers. Hangsiedlung rechts über dem Schraubachtobel am Weg über das Schweizertor ins österr. Montafon; zugehörig ist der bis 1960 ganzjährig bewohnte Weiler Salfsch. 1256 Schuder. 1850 114 Einw. Im 16. Jh. (und wohl schon ab dem 12. Jh.) unterstand S. der Grundherrschaft des Churer Domkapitels. 1677 erfolgte der Verkauf der letzten Güter und Rechte an S., das bis 1851 eine Nachbarschaft der Gerichtsgem. Schiers blieb und dann bis 1878 als weitgehend selbstständige Gem. galt. 1593 trat S. zur Reformation über. Kirchlich gehörte S. 1573-93 als Filiale zu Schiers, dann wurde es von Seewis aus besorgt bis 1595. Von da an hat es einen eigenen Pfarrer (zeitweilig auch Pfarrer von Nachbargemeinden) und ist selbstständig. Im 16. Jh. wurde in S. Bergbau betrieben. Die Knappenkapelle (St. Anna) ist 1508 erstmals erwähnt (1929 und 1983 renoviert). Seit 1867 kämpft S. gegen schwere Hangrutschungen und Rüfengänge, sodass kostspielige Schutzmassnahmen nötig waren. Die 1933 gebaute Fahrstrasse nach Schiers führt über die Salginabrücke (1930). S. weist einen bescheidenen Sommertourismus aus.


Literatur
-M. Thöny, Schiers, 1934 (21995, erweiterte Aufl.)
-Kdm GR 2, 1937, 83-86

Autorin/Autor: Otto Clavuot