Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) Dictionnaire historique de la Suisse (DHS) Dizionario storico della Svizzera (DSS)

1 - Ziele und Organisation

Wichtig für das rasche Erstarken der 1815 gegr. B. waren das organisator. Wissen und die internat. Kontakte der pietist. Elite Basels (z.B. Adolf Christ, Carl Sarasin, Pietismus) sowie das Missionsseminar, das andere Gesellschaften mit Missionaren versorgte (insbes. die anglikan. Church Missionary Society). Im Lauf des 19. Jh. reduzierte sich die anfänglich fast europaweite Trägerschaft auf eine Partnerschaft zwischen der Basler Elite und württemberg. Pietisten. Letztere stellten bis ins 20. Jh. mehr als 50% der Mitarbeiterschaft in Übersee und bis 1939 einen grossen Teil des Personals der Zentralstelle, namentlich alle vollamtl. Direktoren. Schweizer spielten in dieser Zeit auch in der Überseemission eine untergeordnete Rolle. Die Folgen des 1. Weltkriegs und der "Kirchenkampf" zogen diese Zusammenarbeit in Mitleidenschaft, weshalb 1939 eine dt. Zweigstelle der B. entstand.

Nach 1945 entwickelte sich die B. vom patriarchalisch geführten Missionskomitee zum demokratisch organisierten Verein, der seine Tätigkeit in der Schweiz von 1970 bis 2000 über die "Kooperation evangel. Kirchen und Missionen der deutschen Schweiz" (KEM) mit den missionar. Aktivitäten der Kantonal- und Landeskirchen koordinierte. Die Auflösung der KEM führte 2001 zur Gründung von Mission 21 (Evang. Missionswerk Basel), getragen durch die B., die Evang. Mission in Kwango, die Herrnhuter Mission und die Südafrika Mission sowie die Schweiz. Ostasien-Mission, die ihrerseits 2006 aus der Trägerschaft ausstieg.

Autorin/Autor: Paul Jenkins