Polit. Gem. BE, Amtsbez. Thun. Gem. in der hügeligen Drumlin-Landschaft zwischen Stocken- und Aaretal mit Anteil am Uebeschi- und Amsoldingersee (nur Uferpartie), bestehend aus Weilern (Gemeindekern Schindlern-Kistlern) und Einzelhöfen. 1764 184 Einw.; 1850 456; 1900 342; 1930 291; 1950 341; 2000 398. Neolith. Einzelfund (Hofallmend). Die ob dem Amsoldingersee gelegene Jagdburg (auch Turm zu Stocken oder Friedberg genannt) gelangte als Burglehen der Hzg. von Österreich nach 1308 an die ritterl. Fam. von Amsoldingen (bis 1492). Unter ihr und späteren Inhabern wurde sie bis 1642 in der Herrschaft Blumenstein verwaltet, danach dem Zerfall überlassen (mehrere Stockwerke hohe Ruine eines Rechteckturms erhalten). Die Höfe waren im MA ein Teil der Stiftsherrschaft Amsoldingen und mit dem Dorf Amsoldingen in einer Weidegemeinschaft verbunden. Diese wurde nach Streitigkeiten im 15. Jh. sukzessive aufgelöst; damals gesetzte Weidezäune sind die Vorläufer der heutigen Gemeindegrenzen. 1488 unterstellte Bern das zum Twing Amsoldingen gehörende H. hoch- und niedergerichtlich dem bern. Amt Thun. H. ist nach Amsoldingen kirchgenössig. Die Einwohner der bäuerl. Gemeinde erwirtschaften ihren Verdienst mehrheitlich auswärts (v.a. in der Region Thun). Ab 1980 setzte die Bautätigkeit im Gebiet Schindlern-Kistlern ein, die Gesamtmelioration fand ab 1985 statt.
Literatur
-J.-P. Anderegg, Bauinventar der Gem. H., 2001
-A.-M. Dubler, «Die Region Thun-Oberhofen auf ihrem Weg in den bern. Staat (1384-1803)», in BZGH 66, 2004, 61-117
Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler