Staatsform, in welcher das "Volk" (griech. demos), d.h. die Gesamtheit der vollberechtigten Bürger, nicht ein Einzelner oder eine kleine Gruppe Mächtiger, die Staatsgewalt innehat. In der Vormoderne war die D. eine Ausnahmeerscheinung. Sie kam nur in kleinen Staatswesen vor; die Mitbestimmungsrechte waren auf die wehrfähigen Männer beschränkt, wurden unmittelbar in Versammlungen ausgeübt und galten als Privileg spezieller Gruppen. Erst die moderne D., die sich nach der Amerikan. und Franz. Revolution durchzusetzen begann, gewährte die Politischen Rechte als Ausfluss der Menschenrechte, deren Garantie eine der Hauptaufgaben des demokrat. Staates wurde. Für die Geschichte der D. ist die Schweiz besonders interessant, weil es in ihrem Gebiet ins SpätMA zurückreichende vormoderne D.n gab und weil sich die moderne liberale D. mit der Gründung des Bundesstaates 1848 vergleichsweise früh durchsetzte und mit der Einführung direktdemokrat. Instrumente auf kant. und nationaler Ebene eine besondere Ausformung erhielt.
1 - Demokratien in Spätmittelalter und früher Neuzeit