20-Franken-Banknote mit dem Porträt von Johann Heinrich Pestalozzi auf der Vorderseite (8,6 x 14,3 cm), Druck Orell Füssli, Zürich (Schweizerische Nationalbank, Zürich).

Bild verwendet im Artikel:

Pestalozzi, Johann Heinrich

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Personen

Johann Heinrich Pestalozzi

Version vom 18.11.2020

12.1.1746 Zürich, 17.2.1827 Brugg, reformiert, von Zürich, ab 1792 französischer Ehrenbürger. Sohn des Johann Baptist Pestalozzi, Chirurgen, und der einer dörflichen Notablenfamilie entstammenden Susanna Hotz. 1769 Anna Schulthess, Tochter des Hans Jakob Schulthess, Kaufmanns, und der Anna Holzhalb. Nach dem Besuch der Schulen in Zürich studierte Johann Heinrich Pestalozzi Theologie und Recht am Zürcher Carolinum, brach jedoch seine Studien ab und wandte sich der von Johann Jakob Bodmer beeinflussten jugendlichen Vereinigung der Patrioten zu, die eine Erneuerung des Vaterlands anstrebte. Dann entschloss er sich zum Einstieg in die Landwirtschaft. Dank Unterstützung – auch vonseiten der Schwiegereltern, die sich zu Beginn gegen die Ehe ihrer Tochter gestellt hatten – wurde er Gutsherr auf dem Neuhof in Birr. Da sein Betrieb nicht rentierte, errichtete er eine Anstalt für arme Kinder, in der diese das Spinnen und Weben erlernten. Das Projekt, das anfänglich in der Öffentlichkeit wohlwollend aufgenommen worden war, schlug fehl, was Pestalozzi in eine Existenzkrise stürzte. Ermuntert durch Isaak Iselin begann er schriftstellerisch tätig zu werden. Eine Reihe wichtiger Werke entstand, darunter die stimmungsvolle Abendstunde eines Einsiedlers (1780) und die strafrechtsreformerische Schrift Über Gesetzgebung und Kindermord (1783). Einen europaweiten Erfolg verbuchte sein Bauernroman Lienhard und Gertrud (4 Bde., 1781-1787), der sich sozialkritisch mit dörflicher Korruption und ihrer möglichen Beseitigung durch eine aufgeklärte Obrigkeit auseinandersetzte. Als philosophisches Hauptwerk folgten Meine Nachforschungen über den Gang der Natur in der Entwicklung des Menschengeschlechts (1797), die Pestalozzi als «Philosophie meiner Politik» bezeichnete. In der 1793 verfassten, aber erst 1897 – also lange nach seinem Tod – veröffentlichten Schrift Ja oder Nein? setzte er sich mit der Schreckensherrschaft während der Französischen Revolution auseinander, wobei seine Sympathien geteilt waren. Die neu geschaffene Republik verlieh ihm im August 1792 das französische Ehrenbürgerrecht. Im Stäfnerhandel 1795 bemühte sich Pestalozzi wie Johann Kaspar Lavater um einen unblutigen Ausgleich.

Hinweis der Redaktion: 75 Jahre Kriegsende

Anlässlich des 75. Jahrestages des Kriegsendes hat das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) den multimedialen Schwerpunkt «1945» produziert. Neben der fiktionalen Dramaserie «Frieden» präsentiert das SRF zwei DOK-Filme, Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über die Nachkriegszeit sowie weitere Produktionen zur Kriegs- und Nachkriegszeit.

Quelle: SRF

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Übersicht

23.11.2020
Das HLS ist umgezogen

Auf Anfang November ist das HLS vom Hirschengraben in die Berner Matte gezogen. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich in einer denkmalgeschützten Liegenschaft im Zentrum des Mattequartiers. Auch wenn das HLS-Team aktuell wie so viele andere vor allem dezentral im Homeoffice arbeitet, freuen wir uns doch sehr über den neuen Ort mit seinen zahlreichen charmanten Details.

17.11.2020
Valeria Wyler hat das HLS verlassen

Seit Ende September 2020 arbeitet unsere Kollegin Valeria Wyler nicht mehr für das HLS. Sie trat 2011 der italienischsprachigen Redaktion bei, für die sie Originalartikel redigierte, Übersetzungen bearbeitete und Texte aus dem Deutschen und Französischen ins Italienische übertrug. Nach Abschluss der Buchausgabe 2014 war sie Teil des Fachbereichs «Orte & Räume». Hier beteiligte sie sich an der Neukonzeption der geografischen Artikel, indem sie ihr historisches Fachwissen, insbesondere der mittelalterlichen Archäologie, einbrachte. Für ihren grossen Einsatz während der letzten Phase der Buchedition und der Entwicklung des Online-Lexikons danken wir Valeria Wyler von Herzen. Wir wünschen ihr für ihre berufliche Zukunft alles Gute.

22.09.2020
Verstärkung im Multimediateam

Am 1. Juni 2020 hat Yves Niederhäuser (*1975) seine Arbeit in der Multimediaredaktion des HLS aufgenommen. Er studierte Geschichte, Geografie und Soziologie in Bern, verfügt über einen Master of Advanced Studies in Archival, Library and Information Science und ist an verschiedenen Fachhochschulen und Universitäten als Gastdozent tätig. Aufgrund seiner Arbeit bei Memoriav, wo er für den Bereich Video/TV verantwortlich zeichnete, bestanden bereits enge Beziehungen zum HLS. Wir freuen uns, mit der Anstellung von Yves Niederhäuser die Multimediaredaktion und deren Inhouse-Kompetenzen gezielt zu verstärken und das HLS-Netzwerk weiter auszubauen.