Genf aus der Vogelperspektive. Chromolithografie von Alfred Guesdon, um 1858 (Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann).

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Wanderkino

Version vom 15.01.2021

Nach der ersten öffentlichen Vorstellung von vues photographiques animées («bewegten photographischen Ansichten») mit dem Cinématographe der Gebrüder Lumière am 28. Dezember 1895 in Paris verbreitete sich das neue Medium Film schnell und weltweit. In der Schweiz fanden ab 1896 nach der Landesausstellung in Genf vielerorts in Theatern, Konzert- und Wirtshaussälen Gastspiele mit Kinematografen statt. Vor der Eröffnung von festen Ortskinos – in der Schweiz ab 1907 – war die Filmdarbietung ausschliesslich mobil; die Vorführer gastierten mit Projektor und Filmen in bestehenden Sälen oder gingen mit eigenen Schaubuden auf Tournee und besuchten, meist jahreszyklisch, Jahrmärkte und Volksfeste. Es waren vor allem erfahrene Schaustellerfamilien, welche ab 1897 die Filmprojektion als neues «Geschäft» (wie eine Attraktion in der Branche heisst) neben oder statt ihrer bisherigen Attraktionen wie mechanischen Theatern, Hippodromen oder Panoramen lancierten. Dynastisch verzweigte Unternehmen betrieben mehrere «Geschäfte» und waren international tätig. Die aus der Pfalz stammenden Philipp und Heinrich Leilich etwa führten von Zürich aus mehrere Wanderkinos, welche in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Luxemburg gastierten. Im Winterhalbjahr frequentierten sie wegen des milden Klimas das Tessin und Norditalien. Der aus Ostpreussen stammende und in Genf eingebürgerte Louis Praiss oder Alexander Dahlmann-Fasold aus Yverdon bespielten neben der Schweiz und Deutschland auch Österreich-Ungarn. Prachtvoll ausgestattet, mit geschnitzten und bemalten Fassaden, elektrischem Lichterschmuck, Orgeln mit mechanischem Musik- und Figurenspiel sowie mächtigen Generatoren waren die ambulanten Kinotheater die erste Grossform des Kinos und den festen Sälen an Komfort und Dimension weit überlegen, bis um 1912 die ersten Kino-Zweckbauten entstanden. Der Biographe Suisse, mit dem Georges Hipleh-Walt aus Biel die Schweiz, Italien und Deutschland bereiste, bot über 2000 Zuschauern Platz, besass eine Leinwand von etwa 80 mund ein eigenes Orchester. Für den aufwendigen Transport der Zeltkinos waren die Betreiber auf die Eisenbahn angewiesen.

  Alle im HLS publizierten Leuzinger-Filme finden sich hier.

50 Jahre Frauenstimmrecht

Auf Hommage 2021 sind 180 Kurzbiografien von Frauen nachzulesen, die sich zu verschiedenen Zeiten und aus unterschiedlichen Lebenssituationen heraus für das Stimm- und Wahlrecht für Schweizerinnen eingesetzt haben. In Anerkennung der Leistung dieser Vorreiterinnen unterstützte das HLS das Projekt mit der Übersetzung dieser Porträts. Im Verlauf des Jahres fliessen zudem rund 60 neue Biografien ins HLS ein und einige bestehende Artikel aus dem Themenkreis „Frauenstimmrecht“ werden erweitert.  

Quelle: Plakatsammlung der Schule für Gestaltung Basel, Münchenstein, Signatur 16347

  

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