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Retschwil

Ehemalige politische Gemeinde LU, Amt bzw. Wahlkreis Hochdorf, seit 2009 mit Gelfingen, Hämikon, Mosen, Müswangen und Sulz (LU) Teil der Gemeinde Hitzkirch. Am Westufer des Baldeggersees und am Abhang der Erlosen gelegen, mit den Weilern R., Stäflige und Wolfetschwil. 1173 Richartshoule, 1295 Richarzwile. 1798 160 Einw.; 1850 229; 1900 145; 1950 162; 1980 121; 2000 191. Neolith. Ufersiedlungen in R. und Stäflige. Die wichtigsten Grundherren waren die Herren von Reinach, in deren Besitz 1295 und 1348 in R. eine Mühle erwähnt wird. 1345 beteiligten sie sich am Bau einer nicht erhaltenen Kapelle. R. war Teil des Amts Richensee, das 1425-1803 zu den Freien Ämtern gehörte. Bis 1803 reichte das Gemeindegebiet über die Grenze des Kt. Luzern hinaus, 1803, 1822 und 1824 wurden die Marchen bereinigt. R. gehört zur Pfarrei Hitzkirch, wobei ein Teil nach Römerswil kirchgenössig ist. Die Dorfflur war im Zelgensystem organisiert. Bis ins 19. Jh. wurde etwas Weinbau betrieben. Die Mühle bestand bis in die frühe Neuzeit. Seit 1808 steht in R. das gemeinsame Schulhaus R.-Herlisberg. Der 1. Sektor stellte 2005 etwa 64% der Arbeitsplätze.

Quellen und Literatur

Zitiervorschlag

Hörsch, Waltraud: "Retschwil", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.11.2016. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000609/2016-11-03/, konsultiert am 23.11.2020.