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Vallon

Politische Gemeinde des Kantons Freiburg, Broyebezirk, die auf den letzten Ausläufern des Mont Vully liegt und den Weiler Carignan umfasst. Um 1200 Valum. 1811 129 Einwohner; 1850 150; 1900 175; 1950 212; 1970 166; 2000 267.

Einzelfunde stammen aus dem Übergang von der späten Bronze- zur Hallstattzeit. Im 1.-5. Jahrhundert stand in Vallon eine gallorömische Villa, die im 3. Jahrhundert durch eine Feuersbrunst teilweise zerstört wurde. Grabungen förderten mehr als 40 in drei Baukörpern verstreute Teile zutage, einen Säulenportikus, ein horreum (Kornhaus), einen Garten, ein lararium (Hausaltar) mit Bronzestatuetten, ein reiches Dekor mit Freskenmalereien sowie zwei Mosaike: das eine mit Bacchus und Ariana aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts, das andere mit der venatio (Jagd im Amphitheater) aus dem beginnenden 3. Jahrhundert. Letzteres ist das grösste in situ erhaltene Mosaik in der Schweiz. Die nur zeitweise Bewohnung des Gutshofs im 5. Jahrhundert ist im Zusammenhang mit einem damals auf einem Molassefelssporn erbauten Mausoleum zu sehen; dieses wurde im 6. Jahrhundert durch die Kirche Saint-Pierre de Carignan ersetzt. Gegen das Jahr 1000 wurde die Kirche neu erbaut. Im Chor fand sich ein Münzhort aus dem 15. Jahrhundert.

Ab dem 12./13. Jahrhundert unterstand die kleine Herrschaft Vallon den Herren von Stäffis. 1338 brandschatzten Bewohner von Payerne das Dorf. 1475 kam es unter freiburgische Herrschaft, 1536 ging es an die Landvogtei Estavayer, 1798 an den helvetischen Distrikt Payerne. 1803 wurde Vallon in den Bezirk Montagny eingeteilt, bevor es 1831 zum Bezirk Dompierre und 1848 zum Broyebezirk kam. Kirchlich gehörte Vallon stets zur Pfarrei Carignan. 1965-1983 war in Vallon das Versuchszentrum der Union des fédérations agricoles (Tiernahrung) und der Schweizerischen Verwertungsgenossenschaft für Eier und Geflügel tätig. Anfang des 21. Jahrhunderts entwickelte sich das auf die Landwirtschaft ausgerichtete Dorf zur Wohngemeinde. 1995 wurde die Stiftung Pro Vallon gegründet und 2000 das römische Museum auf dem Gelände der Villa eingerichtet.

Quellen und Literatur

  • Dellion, Dict. 3, 5-25
  • G. Bourquenoud, «Vallon, un petit paradis broyard», in Fribourg illustré, 1990, Nr. 6, 9-14
  • M. Fuchs, Vallon, röm. Mosaiken und Museum, 2000
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Marianne Rolle: "Vallon", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.12.2014, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000841/2014-12-27/, konsultiert am 23.04.2024.