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Wald (AR)

Politische Gemeinde des Kantons Appenzell Ausserrhoden, ehemaliger Bezirk Vorderland, die das gleichnamige Dorf sowie mehrere Weiler und Einzelhöfe umfasst. 1437 im Wald. 1734 1436 Einwohner; 1818 1370; 1850 1432; 1900 1480; 1950 882; 1980 695; 2000 881.

Die Besiedlung erfolgte vom Bodensee und vom Rheintal her. Im 14. Jahrhundert verfügte vor allem der bischöflich-konstanzische Hof Horn über grundherrschaftliche Rechte im Gebiet von Wald; für die Gegend von Erbschrut (Ervscrute) im Südosten der Gemeinde sind Zehntabgaben nach Altstätten bezeugt. Nach den Appenzeller Kriegen (1401-1429) kam das Gebiet von Wald mit dem restlichen Vorderland zur Rhode Trogen. Kirchlich gehörte es bis 1463 zu Goldach bzw. Altstätten (Erbschrut), danach zur neuen Kirchhöri Trogen, mit der es 1525 zur Reformation übertrat. Trotz heftigen Widerstands der Muttergemeinde kam es 1686 zur Gründung der Gemeinde Wald. Um die gleichzeitig erbaute Kirche beim Hof Wald bildete sich innerhalb der Streusiedlung schon bald ein Dorfkern. Im Landhandel 1732-1734 ergriff Wald als einzige Gemeinde im Vorderland die Partei der Harten. Während der Helvetik war ein Distrikt des Kantons Säntis nach Wald benannt, dessen Hauptort war aber Heiden. Wirtschaftliche Grundlage bildete neben der Landwirtschaft das Textilgewerbe. Dieses verhalf der Gemeinde im 17. Jahrhundert zu Prosperität und ermöglichte einzelnen Bewohnern den Aufstieg in höchste Landesämter. Zwischen 1760 und 1830 waren bedeutende Textilhandelshäuser in Wald tätig, ab 1839 eine Zwirnerei. Die verkehrsgeografische Randlage von Wald hemmte aber schon früh die wirtschaftliche Entwicklung. Wald gehörte bereits im 18. Jahrhundert zu den Abwanderungsgebieten der Region und hatte auch im 19. Jahrhundert keinen nennenswerten Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen. Der Niedergang der textilen Heimindustrie nach 1900 brachte einen demografischen Einbruch. Ferienkolonien und Pensionen verhalfen in den 1930er Jahren dem Fremdenverkehr zu einem bescheidenen Aufschwung. 1950-1970 erfolgte die Umnutzung vieler Stickerbauern- und Seidenweber-"Hämmetli" zu Ferienhäusern. 1999 führte Wald als erste Ausserrhoder Gemeinde das Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer auf kommunaler Ebene ein. Hauptarbeitgeber ist seit 1945 die vor allem in Metall- und elektrische Heiztechnik tätige Firma Walser & Co. 2005 stellte der 1. Sektor knapp 25%, der 2. gut 45% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.

Quellen und Literatur

  • Kdm AR 3, 1981, 71-110
  • E. Züst, Wald, [1986]

Zitiervorschlag

Thomas Fuchs: "Wald (AR)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.12.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001310/2014-12-27/, konsultiert am 31.01.2023.