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Lörrach

Hauptort des gleichnamigen Landkreises im Bundesland Baden-Württemberg und grösste Stadt im dt. Teil der Agglomeration Basel, unmittelbar an der Grenze zur Schweiz im Wiesental gelegen. Im 20. Jh. wurden die Dörfer Stetten, Tumringen, Tüllingen, Haagen, Brombach und Hauingen eingemeindet. 1102/03 Lorach. 1650 1'995 Einw.; 1850 7'390; 1900 19'240; 1950 31'830; 1994 43'970; 2000 45'540. Neolith. Grabhügelnekropole im Homburger Wald, röm. Gutshof in Brombach. Grabfunde belegen eine alemann. Besiedlung ab dem 5. Jh. Die Burg Rötteln bei L. war Mittelpunkt der gleichnamigen Herrschaft, die von Basel unabhängig blieb und 1503 an die Markgrafen von Baden fiel. Bei der Durchführung der Reformation 1556 spielte Basel eine wichtige Rolle. Nach der Zerstörung der Burg Rötteln 1678 wurde L. 1682 zur Stadt erhoben und neuer Verwaltungssitz des Markgräflerlandes. Durch seine Nähe zur Schweiz entwickelte sich L. 1848 zu einem Zentrum der bad. Revolution. Ein erster Judenfriedhof ist um 1670 erwähnt; 1875 wohnten 248 Juden in L. Die Deportation zerstörte für 50 Jahre jegliches jüd. Gemeindeleben. Die Mitte des 18. Jh. beginnende Industrialisierung bewirkte ein rasches Bevölkerungswachstum. Die neue Zollgrenze zur Schweiz nach dem Beitritt Badens zum Dt. Zollverein 1835 führte zu zahlreichen schweiz. Firmengründungen für den dt. Markt. Bedeutend blieben bis heute v.a. der Stoffdruck, die Schokoladenherstellung (Suchard) und der Maschinenbau. Eisenbahn (seit 1862) und Tram (1919-67) verbesserten die Verkehrsverbindungen zwischen L. und Basel, das als Arbeitsplatz und als kulturelles Zentrum für viele Einwohner L.s eine wichtige Rolle spielt. Zugleich übernimmt L. Zentrumsfunktionen, die Basel für das dt. Umland wegen der Staatsgrenzen nicht wahrnehmen kann.

Quellen und Literatur

  • A. Bloch, «Aus der Vergangenheit der Lörracher Juden», in Unser L., Bde. 10-12, 1979-81
  • L., 1983
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