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Sense

Bezirk des Kantons Freiburg mit dem Hauptort Tafers und dem wirtschaftlichen Zentrum Düdingen, benannt nach dem gleichnamigen Fluss, französisch Singine. Mit einer Fläche von 265,32 km2 erstreckt sich der Sensebezirk mit seinen 19 Gemeinden von den Freiburger Voralpen bis ins Mittelland. 1811 10'852 Einwohner; 1850 14'512; 1900 18'768; 1950 24'892; 2000 38'299. 70% der Einwohner sind katholisch (15 Pfarreien), 11% reformiert (fünf Kirchgemeinden).

Der einzige vollständig deutschsprachige Bezirk des Kantons entstand mit der Kantonsverfassung von 1848. Das Gebiet des Sensebezirks gehörte mit Ausnahme der Vogtei Plaffeien von der Mitte des 15. Jahrhunderts an zur Alten Landschaft der Stadt Freiburg. Verkehrsmässig ist der Bezirk mit der 1856-1862 erbauten Eisenbahnlinie Bern-Freiburg-Lausanne, der 1981 eröffneten Autobahn A12 sowie einem gut ausgebauten Netz von Strassen und Postautoverbindungen erschlossen. Ursprünglich stark auf Land- und Forstwirtschaft ausgerichtet, gab es vor allem im Senseunterland von den 1960er Jahren an eine Zunahme von Industrie, Gewerbe und Dienstleistungsbetrieben, wodurch die Abwanderung weitgehend gestoppt wurde. Mit der politischen und gesellschaftlichen Öffnung des Bezirks im 20. Jahrhundert ging neben dem wirtschaftlichen Aufschwung auch die Förderung von Ausbildungsmöglichkeiten einher. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der 1. Sektor immer noch ausgeprägter als im kantonalen und schweizerischen Durchschnitt, der 2. Sektor dagegen schwächer. Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen sind Wegpendler, vor allem nach Bern und Freiburg.

Die Sense ist der bedeutendste Nebenfluss der Saane und bildet ausser bei Albligen und Laupen seit 1803 die Kantonsgrenze zwischen Freiburg und Bern. Sie entspringt im Schwarzsee (Warme Sense) und im Gantrischgebiet (Kalte Sense). Am Ufer der Sense finden sich Spuren mehrerer mittelalterlicher Festungen. Der Unterlauf wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert begradigt und mit Schutzdämmen versehen. Die Sense wurde im 19. Jahrhundert auch für Holztransporte genutzt und 1975 weitgehend unter Naturschutz gestellt.

Quellen und Literatur

  • P. Boschung, «Die Grenzregelung von 1467 zwischen Bern und Freiburg», in FGB 47, 1955/56, 63-108
  • P. Boschung, «Freiburger Brückengesch. am Beispiel von Sensebrück», in FGB 73, 1966, 7-69
  • M. Boschung, «Die Sense – ein Grenz- und Brückenfluss», in Freiburger Volkskal., 1982, 134-146
  • Sensebez. 1848-1998, 1998
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Endonyme/Exonyme
Sense (Deutsch)
Singine (Französisch)

Zitiervorschlag

Moritz Boschung: "Sense", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.11.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008155/2011-11-22/, konsultiert am 13.07.2024.