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Tessenberg

Gebiet im Berner Jura zwischen der Seekette, dem Höhenzug oberhalb des Bielersees, und der Chasseralkette, auch Hochebene von Tessenberg, französisch Plateau de Diesse genannt. Der auf einer Höhe von 800 bis 900 m gelegene Tessenberg umfasst die fünf Dörfer Prêles, Lamboing, Diesse und Nods im Amtsbezirk La Neuveville, Verwaltungskreis Berner Jura, sowie Lignières im Kanton Neuenburg.

Zahlreiche Spuren aus der Römerzeit lassen auf einen Verkehrsweg schliessen. Nach den Grafen von Neuenburg übten sowohl der Fürstbischof von Basel wie die Grafen von Neuenburg-Nidau die höchste Gewalt aus. Am Ende des 14. Jahrhunderts trat Bern an die Stelle der Grafen. Die Probleme der geteilten Souveränität wurden in zahlreichen Urkunden von 1352 bis 1776 (Offnung von 1776) geregelt: Das Bannerrecht gehörte dem Fürstbischof und wurde ab 1368 von La Neuveville ausgeübt, während Kirchen- und Eheangelegenheiten Bern unterstanden; die Hochgerichtsbarkeit hatten beide gemeinsam inne. Der Fürstbischof und Bern, vertreten durch den Meier von Biel bzw. den Landvogt von Nidau, teilten sich nach vorgegebenen Regeln in die Zehnten und Abgaben. Ende Dezember 1797 wurde der Tessenberg von den französischen Truppen besetzt und Frankreich angegliedert (Departement Mont-Terrible, später Departement Haut-Rhin). 1815 kam er als Teil des Oberamts Erlach zu Bern und gehörte ab 1846 zum Amtsbezirk La Neuveville. Wegen der schlechten Strassenverbindungen blieb der Tessenberg schwer zugänglich, bis er 1912 durch die Standseilbahn Ligerz-Prêles erschlossen wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Sumpfgebiet entwässert und 1961-1974 eine Güterzusammenlegung durchgeführt. Das Gebiet blieb landwirtschaftlich geprägt. Die Industrie, die aus einigen mechanischen Werkstätten und einer Uhrenfabrik in Lamboing bestand, erreichte ihren Höhepunkt um 1960. Seither hat sich der Tessenberg zum Wohngebiet der Region Biel entwickelt. 2012 scheiterte eine Fusion der vier bernischen Gemeinden auf dem Tessenberg in der Volksabstimmung, weil die Gemeinde Nods die Vorlage ablehnte.

Quellen und Literatur

  • C. Simon, «Les rivalités de co-souveraineté à la Montagne de Diesse sous le régime des princes-évêques», in Actes SJE, 1949, 75-82
  • F. Dubois, 1185-1985: Eglise Saint-Michel, Paroisse réformée de Diesse-Lamboing-Prêles, 1985
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Endonyme/Exonyme
Montagne de Diesse (Französisch)
Tessenberg (Deutsch)

Zitiervorschlag

Frédy Dubois: "Tessenberg", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.02.2015, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008502/2015-02-09/, konsultiert am 13.07.2024.