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Griespass

Der G. (2479 m) führt vom Goms durch das Aeginental über den südl. Hauptkamm der Alpen ins Val Formazza (Pomat) und durch das Valle Antigorio ins Val d'Ossola (Eschental). Eine bronze- und römerzeitl. Benutzung des Passes ist wahrscheinlich. Im 13. Jh. überquerten ihn deutschsprachige Walser und besiedelten das Pomat. Später entwickelte sich ein Handelsverkehr mit Vieh- und Käseexport aus dem Haslital nach Italien und dem Import von Wein und Reis. 1397 verpflichteten sich die Talleute des Eschentals und des Pomats sowie die Gem. von Münster (VS) und Bern vertraglich zum Bau eines durchgehenden Saumweges über G. und Grimsel. Die neue Handelsroute erreichte jedoch nur regionale Bedeutung und der Saumverkehr endete mit der Eröffnung der Gotthardbahn 1882. Die Errichtung der Nufenenstrasse und der Einstau der Griesgletschermulde durch die Maggia-Kraftwerke führten zur Zerstörung grosser Teile des alten Weges. Im Jahr 2000 wurde der Fussweg vom Weiler Zum Loch (Ulrichen) bis zur ital. Grenze unter Einbezug der noch vorhandenen hist. Substanz instand gesetzt.

Quellen und Literatur

  • K. Aerni, «Zoll und Strassenunterhalt am Beispiel der Pässe Grimsel, Gries, Furka und Nufenen im 18. Jh.», in Bull. IVS, Nr. 2, 1998, 4-16
  • IVS-Dok. VS 5
Systematik
Verkehr / Pass