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PaulGeheeb

An seinem 90. Geburtstag in Goldern, Gemeinde Hasliberg © KEYSTONE/Photopress.
An seinem 90. Geburtstag in Goldern, Gemeinde Hasliberg © KEYSTONE/Photopress.

10.10.1870 Geisa (Thüringen), 1.5.1961 Hasliberg, ref., Deutscher. Sohn des Adalbert, Apothekers, und der Adolphine geb. Calmberg. Edith Cassirer (->). 1889 machte er das Abitur in Fulda, 1893 schloss er sein in Berlin und Jena absolviertes Stud. der Theologie ab, 1899 das der Philosophie. Ab 1893 arbeitete er als Lehrer an der privaten Trüper'schen Anstalt für sonderpädagogisch zu betreuende Kinder in Jena. Nach einer kurzen Lehrtätigkeit im Kindersanatorium Wyk auf Föhr war er ab 1902 Mitarbeiter von Hermann Lietz im Dt. Landerziehungs-Heim Haubinda in Thüringen, ab 1904 dessen Direktor. Infolge von persönl., polit. und pädagog. Differenzen trennte er sich von Lietz und gründete 1906 gemeinsam mit Gustav Wyneken die Freie Schulgemeinde Wickersdorf und schliesslich 1910 mit Edith G.-Cassirer die Odenwaldschule in Ober-Hambach (Hessen). Bis 1930 baute das Paar das Landerziehungsheim kontinuierlich auf. Aufgrund nationalsozialist. Drohungen emigrierten sie 1934 mit einigen jüd. Kindern in die Schweiz. Nach versch. Ortswechseln und Umzügen riefen G. und seine Frau 1946 die Ecole d'Humanité in Hasliberg ins Leben. Das internationale, koedukativ geführte Internat ist eine Privatschule mit einem markanten pädagog. Profil. Als Erzieher, Reformpädagoge und Gründer mehrerer Reformschulen beeinflusste G. zahlreiche Lehrkräfte in der Schweiz.

Quellen und Literatur

  • «Die Idee einer Schule der Menschheit», in Die Idee einer Schule im Spiegel der Zeit, hg. von E. Cassirer et al., 1950, 102-106
  • W. Schäfer, Paul G., 1960
  • G. Ottonello, La scuola d'umanità di Paul G., 1966
  • W. Schäfer, Paul G. - Briefe, 1970
  • H.-U. Grunder, «Paul G. und die Ecole d'Humanité in der Schweiz», in Bildung und Erziehung 4, 1987, 379-392
  • M. Näf, Paul G., 1998
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