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EmilieGourd

Emilie Gourd, Fotografie um 1909 (Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich, F Fb-0009-28).
Emilie Gourd, Fotografie um 1909 (Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich, F Fb-0009-28).

19.12.1879 Genf, 4.12.1946 Genf, reformiert, von Genf. Tochter des Jean-Jacques Gourd, Philosophieprofessors, und der Marguerite Elisabeth geborene Bert. Ledig. Nach dem Abschluss der Mädchenschule in Genf besuchte Emilie Gourd als Hörerin an der Universität Genf Geschichts- und Philosophievorlesungen und begann zu unterrichten. 1909 begegnete sie Auguste de Morsier, dem ersten Präsidenten des Genfer Frauenstimmrechtsvereins (Frauenstimmrecht), womit ihr feministisches Engagement (Feminismus) begann. 1912 gründete sie die Zeitung Le Mouvement féministe, deren Chefredaktorin sie bis zu ihrem Tod war. Gourd verkörperte die Frauenrechtlerin schlechthin. Sie widmete ihre ganze Zeit und einen grossen Teil ihres Vermögens der Sache der Frau, indem sie sich an unzähligen Konferenzen in der Schweiz und im Ausland, in ihren Artikeln und in den vielen Vereinen, denen sie vorstand, für sie einsetzte. Sie präsidierte 1911-1946 den Genfer und 1914-1928 den Schweizerischen Verband für Frauenstimmrecht, 1914-1946 die Nähstube der Union des femmes de Genève, die geschaffen wurde, um mittellosen Frauen Arbeit zu geben, 1920-1946 die Genfer Sektion des Cartel romand d'hygiène sociale et morale und 1934-1946 die Genfer Arbeitsgemeinschaft Frau und Demokratie. 1925 organisierte sie die erste kantonale Genfer Ausstellung über Frauenarbeit, die Vorläuferin der Saffa von 1928. Ab den 1920er Jahren war Gourd zunehmend international tätig und wurde 1923 Sekretärin des Weltbundes für Frauenstimmrecht, was viele, stets selbst finanzierte Reisen mit sich brachte. Obwohl Gourd stark vom Freiheits- und Gleichheitsideal der Französischen Revolution geprägt war, kritisierte sie deren Auswüchse und wies nachdrücklich darauf hin, dass eine politische Aktion legal sein müsse.

Quellen und Literatur

  • Chaponnière, Martine: Devenir ou redevenir femme. Le statut comparé de l'éducation dans le mouvement féministe initial et dans le nouveau mouvement féministe, 1992.
  • Chaponnière, Martine: «Emilie Gourd (1879-1946)», in: Käppeli, Anne-Marie (Hg.): Le guide des femmes disparues, 1993, S. 68-77.
Weblinks
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 19.12.1879 ✝︎ 4.12.1946

Zitiervorschlag

Chaponnière, Martine: "Gourd, Emilie", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.07.2007, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009308/2007-07-17/, konsultiert am 13.04.2021.