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RicardaHuch

18.7.1864 Braunschweig, 17.11.1947 Frankfurt am Main, evang.; Tochter des Richard, Grosskaufmanns. 1) Ermanno Ceconi, Zahnarzt, 2) Richard H., Jurist, Vetter und Schwager H.s. Wegen ihrer Affäre mit Richard H. floh H. 1887 nach Zürich, wo sie Geschichte studierte (1892 Dr. phil. I). Anschliessend war sie als Bibliothekarin, dann als Geschichts- und Deutschlehrerin an der Höheren Töchterschule in Zürich tätig. Zu dieser Zeit begann sie ihre schriftsteller. Tätigkeit. Die prägenden Zürcher Jahre dokumentierte sie 1938 in "Frühling in der Schweiz". Während H. in ihrem Zürcher Frühwerk subjektive Gefühlserlebnisse gestaltete, fand sie in Triest, Wien und München, wo sie ab 1910 ihren ersten Wohnsitz hatte, zu ihrer eigenen Spielart von Neuromantik ("Vita somnium breve" 1903), wandte sich jedoch allmählich immer stärker der Geschichtsschreibung zu. 1916-18 lebte sie in Aeschi bei Spiez und in Bern. Am besten war H., die auch unter dem Pseudonym Richard Hugo publizierte, wenn sie als Dichterin und Historikerin wirkte und mit hist. Porträts exemplar. Menschendarstellungen schuf (z.B. "Luthers Glaube" 1916, "Michael Bakunin und die Anarchie" 1923). Ab 1927 lebte H. in Berlin, Freiburg i.Br. und 1936-46 unter schwierigen polit. Bedingungen in Jena. Mit dem Austritt aus der Preuss. Akademie 1933 und ihrer kompromisslosen Haltung in Rassenfragen leistete sie aktiv geistigen Widerstand.

Quellen und Literatur

  • GW, hg. von W. Emrich, 11 Bde., 1966-73
  • Dt. Literaturarchiv Marbach, Nachlass
  • J.V. Widmann, Briefwechsel mit Henriette Feuerbach und Ricarda H., 1965
  • NDB 9, 705-708
  • J. Bendt, K. Schmidgall, Ricarda H., 1864-1947, Ausstellungskat. Marbach, 1994
  • C. Koepcke, Ricarda H., 1996
  • Ricarda H., 2005, (Bibl.)
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Lebensdaten ∗︎ 18.7.1864 ✝︎ 17.11.1947