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Hartpert

Bezeugt 929, 6.1.971/972. 929 als Zürcher Kanoniker, 930 in der Nachfolge seines Onkels Reginward als Priester in Ramosch, 947-961 als Abt von Ellwangen belegt. Ab 951 Bischof von Chur. Hartpert stand Herzog Hermann I. von Schwaben nahe, als dessen Kaplan er 937 wirkte. Er war ein Vertrauter von König Otto I., den er auf seinen Italienzügen begleitete. 951 wurde Hartpert mit dem Mainzer Erzbischof von Pavia aus zu Verhandlungen nach Rom gesandt, bei denen es um die Krönung Ottos zum König von Italien ging. 954 söhnte er – gemeinsam mit Bischof Ulrich von Augsburg – Otto I. mit seinem Sohn Liudolf aus, reiste 961 zur Königswahl Ottos II. nach Worms und war 962 bei der Kaiserkrönung Ottos I. in Rom anwesend. Im Rahmen der ottonischen Kirchen- und Reichspolitik und zur Sicherung der Alpenübergänge nach Italien empfing Hartpert vom König Reichsgut und Hoheitsrechte, so 951 die Fiskaleinkünfte der Grafschaft Chur, 952 den Churer Zoll, 952/953 Güter im Elsass, 955 den Königshof Zizers, 958 die halbe civitas Chur, das Münzrecht, 960 den Königshof in Chur mit den dazugehörenden fiskalisch nutzbaren Rechten, einige Kirchen, die gräflichen Rechte und den Zoll im Bergell. Diese Schenkungen legten den Grundstein für die Stadtherrschaft in Chur und die weltliche Herrschaft des Bischofs im Gebiet der rätischen Pässe.

Quellen und Literatur

  • Helvetia Sacra I/1, 1972, 472
  • Lexikon des Mittelalters 4, 1989, 1943
  • R. Kaiser, Churrätien im frühen Mittelalter, 1998, 120-127
  • V. Muraro, Bischof Hartbert von Chur (951-971/72) und die Einbindung Churrätiens in die ottonische Reichspolitik, 2009
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Zitiervorschlag

Feller-Vest, Veronika: "Hartpert", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.02.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012676/2020-02-17/, konsultiert am 03.03.2021.