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Jean deLéry

1534 La Margelle (Burgund), zwischen dem 26.2. und dem 6.5.1613 L'Isle, ref., ab 1560 Bürger von Genf. Sohn des Jean. 1) 1559 Jeanne Rachel, 2) Aymée de Bailly. L. kam als hugenott. Glaubensflüchtling nach Genf. 1556 nahm er an der von Johannes Calvin entsandten Mission zu Nicolas Durand de Villegagnon teil, unter dessen Führung das Antarkt. Frankreich stand, eine kurzlebige Kolonie (1555-60) in der Bucht von Rio de Janeiro. Seinen Aufenthalt von März 1557 bis Jan. 1558 beschrieb L. in der 1578 veröffentlichten "Histoire d'un voyage fait en la terre du Bresil". Dieser Text wurde nicht nur zu L.s Lebzeiten sechsmal aufgelegt, sondern fand später europaweit Beachtung. Claude Lévi-Strauss nannte ihn das „Brevier des Völkerkundlers“. L. schwankte zwischen seinem Beruf als Schuhmacher und jenem als Gastwirt und wandte sich schliesslich dem Pfarramt zu. Er predigte 1562 in Belleville-sur-Saône, war 1564 Pfarrer in Nevers und 1569 in La Charité-sur-Loire, bevor er nach Sancerre flüchtete, um den Nachwirkungen der Bartholomäusnacht (Burgund und Zentrum) zu entgehen. 1574 veröffentlichte er die "Histoire mémorable de la ville de Sancerre", eine Chronik über die Belagerung der Stadt, in der er seine Rolle bei den Verhandlungen, die 1573 zur Aufgabe der Zitadelle geführt hatten, zu rechtfertigen versuchte. L. führte sein geistl. Amt im Burgund weiter, legte 1589 vor dem Rat von Bern einen Eid ab und liess sich in der Waadt in Vufflens-le-Château nieder. Von 1595 bis zu seinem Tod war er Pfarrer in L'Isle und dem angegliederten Montricher.

Quellen und Literatur

  • F. Lestringant, Jean de L. ou l'invention du sauvage, 1999 (22005)
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