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GustaveRoud

An seinem Schreibtisch in Carrouge (VD), 29. Juni 1957 © KEYSTONE/Photopress.
An seinem Schreibtisch in Carrouge (VD), 29. Juni 1957 © KEYSTONE/Photopress.

20.4.1897 Saint-Légier, 10.11.1976 Carrouge (VD), ref., von Ollon. Sohn des Samuel, Landwirts, und der Constance geb. Coigny. Ledig. Humanist. Ausbildung, Lizenziat in Geisteswissenschaften an der Univ. Lausanne. Nach Abschluss des Stud. wohnte R. sein ganzes Leben auf dem Bauernhof in Carrouge, den sein Grossvater mütterlicherseits erworben hatte. Die Publikation seines ersten Buchs "Adieu" (1927) bestärkte ihn in seinem Wunsch, Dichter zu werden. R. lebte von Übersetzungen und der Mitarbeit an zahlreichen Westschweizer Periodika, für die er poet. Prosatexte und Artikel über Malerei oder Literatur verfasste. 1929-31 war er Redaktionssekretär der vom Verleger Henry-Louis Mermod geleiteten Zeitschrift "Aujourd'hui", 1936-66 Verlagslektor bei der Guilde du Livre. Er übertrug Gedichte der dt. Romantiker Friedrich Hölderlin und Novalis sowie von Rainer Maria Rilke und Georg Trakl ins Französische und fand damit in der Westschweiz viel Beachtung. Seinen grössten Einfluss übte R. jedoch als Dichter aus. Er prägte besonders die Generation jener, die in den 1940er und 50er Jahren zu publizieren begannen, so Philippe Jaccottet, Jacques Chessex, Anne Perrier und Maurice Chappaz. Heute hat sein dichter. Werk über die Grenzen der Westschweiz hinaus breite Anerkennung gefunden. R., der über die fotograf. Techniken seiner Zeit gut Bescheid wusste und sich des kreativen Potenzials der Fotografie bewusst war, hat eine beträchtl. Zahl an Negativen hinterlassen. Dieser Bestand ist bis anhin kaum ausgewertet worden.

Quellen und Literatur

  • Ecrits de Gustave R., 3 Bde., 1978
  • Teilnachlässe in: CRLR und BCUL
  • Cahiers Gustave R., 1980-
  • P. Jaccottet, Gustave R., 1982
  • C. Jaquier, Gustave R. et la tentation du romantisme, 1987
  • Francillon, Littérature 3, 109-121
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