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Rorschacher Klosterbruch

Rorschacher Klosterbruch ist die Bezeichnung für die Zerstörung der sich im Bau befindenden, oberhalb von Rorschach gelegenen Klosteranlage Mariaberg am 28. Juli 1489 durch Stadt-St.-Galler, Appenzeller und Rheintaler. Der St. Galler Abt Ulrich Rösch strebte wegen der wachsenden Spannungen mit der Stadt St. Gallen eine Verlegung seines Klosters nach Rorschach an, um dieses aus der räumlichen Umklammerung durch die Stadt zu lösen. Die Stadt St. Gallen widersetzte sich vor allem aus wirtschaftlichen Gründen der Verlegung, die Appenzeller befürchteten auch handelstechnische und politische Nachteile. Nach der Zustimmung von Papst Sixtus IV. und längeren Verhandlungen mit Kaiser Friedrich III. war die Grundsteinlegung am 21. März 1487 erfolgt.

Nach dem Überfall auf Mariaberg, der ein schwerer Landfriedensbruch war, rief der Abt die vier eidgenössischen Schirmorte Zürich, Luzern, Glarus und Schwyz um Hilfe an. Unterdessen schlossen sich die Gotteshausleute in der Alten Landschaft dem Aufstand an (Waldkircher Bund vom 21. Oktober 1489), womit der St. Galler Krieg begann. Vor den im Februar 1490 heranrückenden eidgenössischen Truppen brach der Aufstand aber kampflos zusammen. Im Frieden von Einsiedeln vom 7. März 1490 diktierten die Sieger harte Bedingungen: Die Stadt St. Gallen musste 14'000 Gulden Schadenersatz bezahlen, ihre Ausbürger aus dem städtischen Bürgerrecht entlassen und ihre Rechte an Oberberg (bei Gossau SG) mit den Gerichten Oberdorf und Andwil sowie Steinach aufgeben, womit ihr Ausgreifen in das Umland beendet wurde. Appenzell musste die Herrschaft Rheintal als gemeine Herrschaft den Eidgenossen (ohne Bern) abtreten, die damit die Vorherrschaft am Bodensee und Rhein gewannen. Die Klosteranlage in Mariaberg wurde 1497-1518 fertig gestellt, diente aber dem Kloster St. Gallen nur noch als Statthalterei und später auch als Schule.

Quellen und Literatur

  • J. Häne, Der Klosterbruch in Rorschach und der St. Galler Krieg, 1489-1490, 1895
  • P. Robinson, Die Fürstabtei St. Gallen und ihr Territorium 1463-1529, 1995, 246-268
  • A. Niederstätter, «Stift und Stadt St. Gallen zwischen Österreich, der Eidgenossenschaft und dem Reich», in NblSG 140, 2000, 5-54, v.a. 41-43
  • E. Iten, Johann Iten, 2002, 211-219
Weblinks

Zitiervorschlag

Ernst Tremp: "Rorschacher Klosterbruch", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.06.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/017168/2012-06-25/, konsultiert am 30.11.2022.