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HansGysin

14.4.1611 Hölstein, 1669/70 Hölstein, ref., von Hölstein. Sohn des Heinrich und der Anna Bürgin. Rahel Senn. Wirt in Hölstein, Amtspfleger (Aufseher über Weg, Steg und Waldungen) des Amtes Waldenburg. G. war einer der reichsten Untertanen der alten Basler Landschaft seiner Zeit. Die an der Hauensteinroute gelegene Gastwirtschaft, sein umfangreicher Land- und Viehbesitz sowie eine weit verzweigte, durch Schulden abhängige Klientel sicherten ihm grossen Einfluss auf der Basler Landschaft. In der Öffentlichkeit zwar eher selten in Erscheinung tretend, wirkte G. im Bauernkrieg von 1653 als einer der wichtigsten Drahtzieher des Aufstands, nicht zuletzt durch finanzielle Unterstützung. Als die Basler Obrigkeit nach der Niederschlagung des Aufstands ein äusserst rigoroses Strafgericht walten liess, wagte sie es nicht, den mächtigen G. - im Unterschied zu anderen Untertanen - an Leib und Leben zu bestrafen, sondern beliess es bei der Enthebung aus der Amtspflegerstelle und bei einer hohen Geldstrafe. Mit ein Grund für die relative Milde war wohl die Fürsprache von auswärtigen Herrschaften für G. Dass die Basler Obrigkeit auf Persönlichkeiten wie G. selbst nach massiven Herrschaftskrisen wie jener von 1653 in hohem Masse angewiesen war, zeigt auch die rasche polit. Rehabilitierung von G., der bereits 1657 wieder als Amtspfleger eingesetzt wurde.

Quellen und Literatur

  • N. Landolt, Untertanenrevolten und Widerstand auf der Basler Landschaft im 16. und 17. Jh., 1996
Kurzinformationen
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ≈︎ 14.4.1611 ✝︎ 1669/70