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dePalézieux

Waadtländer Adelsgeschlecht, das ab dem 12. Jh. in den Akten der Abtei Hautcrêt erwähnt ist, insbesondere 1155 ein gewisser Garnier. Die Herrschaft P., strategisch günstig zwischen dem Tal der Veveyse und jenem der Broye gelegen, kontrollierte den Weg vom Genferseebecken zum Mittelland. Die Fam. hielt Rechte im Jorat und Lavaux und besass die Kastvogtei über das Benediktinerpriorat Lutry. Beim Tod von Guillaume I. Mitte des 13. Jh. verzweigte sich die Familie. Pierre erhielt die Rechte im Jorat und im Lavaux, Hugues (->) übernahm die Herrschaft P. Ursprünglich Lehensträger der Bf. von Lausanne dienten die P. nach ihrer Ansiedlung in der Waadt im 13. Jh. den Gf. von Savoyen. Die Karriere von Hugues illustriert den steilen gesellschaftl. Aufstieg der P. Mit seinem Bruder Guillaume, dem Prior von Lutry, stand er im savoy. Gefolge. Die Fam. verlor jedoch diesen Rang. Der Niedergang setzte Ende des 13. Jh. mit Hugues' Söhnen Guillaume und Girard ein. 1285 mussten Guillaumes Witwe und sein Schwager die Rechte an Cudrefin Gf. Philipp I. von Savoyen abtreten. Die Stammherrschaft wurde 1302 an Nicolas de Billens verkauft, Schloss Glérolles ging 1303 an den Bf. von Lausanne. Zur selben Zeit trat der andere Zweig der P. seine Rechte an die von Savoyen-Waadt und die Bf. von Lausanne ab. Einer umstrittenen Hypothese zufolge besteht die Fam. über die männl. Linie in den P. dit Falconnet, einem seit dem 14. Jh. in Vevey angesiedelten Bürgergeschlecht, fort.

Quellen und Literatur

  • ACV, Nachlass
  • Schweiz. Geschlechterbuch 1, 735
  • HS III/1, 806, 816 f.
  • E. de Palézieux, La famille de P. dit Falconnet, 1988
  • J.-D. Morerod, Genèse d'une principauté épiscopale, 2000, 325-327, 388
  • B. Andenmatten, La maison de Savoie et la noblesse vaudoise (XIIIe-XIVe s.), 2005, 85-87, 358