de fr it

VonderMühll

Die Fam. stammt vermutlich aus Delft (Niederlande), von wo Johannes im 16. Jh. als Glaubensflüchtling nach Herborn (Hessen) gelangte. 1561 fand er als Bürgermeister dieser Stadt Erwähnung. Seine Urenkel Hans Georg (1648-1727) und Johann Valentin (1656-1732) kamen 1674 nach Basel, um dort als Sattler und Schuhmacher zu arbeiten. Hans Georg begründete die heute noch bestehende Basler Linie der M. Er erhielt 1680 das Basler Bürgerrecht, später wurde er auch Mitglied des Basler Gr. Rats. Mit seinem Sohn Johannes (1695-1774) wandte sich die Fam. zuerst dem Handel mit Seidenwaren, später der Fabrikation von Seidenstoffen und -bändern zu. Johannes' Sohn Hans Georg (1725-83) war 1777 Meister der Zunft zu Hausgenossen und erster Vertreter des Geschlechts im Basler Kl. Rat. Sein Sohn Johannes (1754-1815) wurde während der Helvetik zum Basler Stadtpräsidenten gewählt. Mit dessen Neffen Johann Georg (->) gelang der Fam. M. vollends der wirtschaftl. und polit. Aufstieg in Basel. Ab dem 18. Jh. waren die M. mit den Fam. Burckhardt, Merian und Vischer durch Heiraten verbunden. Spätere Nachkommen wirkten v.a. in der Wissenschaft, so Karl (->), Prof. der mathemat. Physik, Paul (1863-1924), 1912-23 Präs. der Schweiz. Ärztekommission und Chef der Kriegsgefangenen-Internierung während des 1. Weltkriegs, sowie Peter (->), 1918-52 Prof. der klass. Philologie. Bedeutend sind auch die zwei Architekten Hans (1887-1953), Erbauer des Spiegelhofs und des Gebäudes des Verbands Öffentl. Krankenkassen der Schweiz in Basel, und Henri-Robert (->), der sich zudem erfolgreich als Künstler betätigte.

Quellen und Literatur

  • StABS
  • Schweiz. Geschlechterbuch 1, 650-655; 5, 706-712
  • BaZ, 1980, Nr. 155

Zitiervorschlag

Schibler, Thomas: "Mühll, Vonder", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 08.09.2009. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020996/2009-09-08/, konsultiert am 02.08.2021.