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Thommen

Höhenmesser für Alpinisten und Segelflieger, um 1985 (Fotografie Martin Bachmann).
Höhenmesser für Alpinisten und Segelflieger, um 1985 (Fotografie Martin Bachmann). […]

Da nach dem Bau der Eisenbahnlinie Basel-Olten das Ende des Passverkehrs über den Oberen Hauenstein und damit der wirtschaftliche Niedergang Waldenburgs absehbar waren, führten die Behörden 1853 die Uhrenindustrie ein. Der anfänglich kommunale Betrieb wurde 1859 privatisiert und blühte unter Gedeon Thommen und seinen Nachfolgern auf. Sie bauten von den 1860er bis in die 1930er Jahre in Waldenburg vier Fabriken sowie 1915 eine in Gelterkinden und 1919 eine in Langenbruck. Gedeons Sohn Alphonse wandelte das Unternehmen 1905 in die Aktiengesellschaft Thommen's Uhrenfabriken um, 1932 übernahm Gedeons Schwiegersohn Hermann Straumann die Leitung, dann standen dessen Nachfolger an der Spitze der Firma. Ab 1908 stellte die Firma Uhren der Marke Revue her, weshalb sie sich später Revue Thommen nannte. Um die Schwankungen des Uhrengeschäfts auszugleichen, schuf Thommen 1936 Abteilungen für Instrumenten- und Apparatebau, die unter anderem für die Luftfahrt produzierten. Die Uhrenproduktion wurde 1961 nach La Chaux-de-Fonds verlegt und 1999 verkauft, die Lizenz für Revue Thommen Uhren erwarb 2001 das Unternehmen Grovana. 2004 veräusserte Thommen die Abteilung für Profil-Rollmaschinen. 2005 erwarb die Geschäftsleitung die Aktienmehrheit und richtete das Unternehmen neu aus. Die Abteilung für Messinstrumente wurde 2010 geschlossen und Thommen konzentrierte die Produktion auf mechanische Bordinstrumente für die Luftfahrt und Avionik. 2012 wurde die Firma, die damals in Waldenburg 75 Personen beschäftigte, an die irische Holding der russischen Transas (Marine- und Luftfahrtausrüstung) verkauft.

Weblinks

Zitiervorschlag

Bernard Degen: "Thommen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.10.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/021015/2012-10-04/, konsultiert am 13.07.2024.