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Zwicky

Die Glarner Familie wird erstmals 1322 in Weesen erwähnt, wo sie das Burgrecht besass. In ihrem Stammort Mollis (heute Gemeinde Glarus Nord) werden die Zwicky 1357 erstmals genannt. Als Stammvater aller Glarner Zwicky gilt Landesseckelmeister Fridolin, der sich schon 1522 der Reformation zuwandte. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis ins frühe 19. Jahrhundert war keine andere Familie mit mehr Angehörigen in den höchsten politischen Landesämtern vertreten. Daneben stellte sie zahlreiche reformierte Pfarrer, Offiziere und einige Industrielle. Eine Mehrheit der Zwicky in Mollis arbeitete als Bauern, Handwerker und später in Fabriken. Der soziale Aufstieg begann mit Fridolin (1631-1707), genannt der Reiche, der als grösster Grundbesitzer im Land Glarus galt. Wie es seinem Sohn Johann Heinrich (->) gelang, bei den Wahlen mit dem Kugellos so häufig hintereinander die goldene Kugel zu erhalten, ist nicht mehr zu klären. Weitere Landammänner wie Johann Peter (->), Othmar (->), Johann Heinrich (->) und Fridolin (->) sowie weitere Inhaber von Schrankenämtern lassen sich alle auf Fridolin den Reichen zurückführen. Diese Schrankenherren waren über Heiraten eng mit den anderen Familien der Glarner Oberschicht verbunden. Ihre materielle Basis bildeten der Land- und Alpenbesitz und Einkünfte aus fremden Diensten. In kaiserlichen Diensten stand Fridolin (1681-1720), Balthasar (1750-1823) diente als Hauptmann in holländischen Diensten und Johann Melchior (1750-1809) war Oberstbrigadier im Dienst des französischen Königs. Caspar (->) war Professor für Ingenieurwissenschaft am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich und Fritz (->) Astrophysiker. Als Unternehmer betätigten sich Vertreter der Zwicky im 19. Jahrhundert ausserhalb des Kantons, so Fridolin (->) mit der Spinnerei und Färberei im Neugut bei Wallisellen. Im 18. Jahrhundert bürgerten sich verschiedene Schrankenherren aus der Familie Zwicky in Glarus ein. Mit der Helvetischen Revolution verloren sie ihre politisch bedeutsame Position.

Quellen und Literatur

  • Schweiz. Geschlechterbuch 3, 580-586; 6, 809-837, 957-962
  • H.R. Stauffacher, Herrschaft und Landsgem., 1989, 105, 267 f.
  • F. Stucki, 50 alte Glarner Fam. 1989, 103-106

Zitiervorschlag

Hans Rudolf Stauffacher: "Zwicky", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.03.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/021062/2014-03-03/, konsultiert am 22.06.2024.