Gugelberg von Moos

Schloss Salenegg. Lithografie von Karl Heinrich Gernler nach einer Fotografie von Dietrich Jecklin, publiziert in dessen Werk über die Burgen und Schlösser Rätiens von 1870 (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern).
Schloss Salenegg. Lithografie von Karl Heinrich Gernler nach einer Fotografie von Dietrich Jecklin, publiziert in dessen Werk über die Burgen und Schlösser Rätiens von 1870 (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern). […]

Ämter-, Offiziers- und Adelsgeschlecht aus Chur, Maienfeld und Malans. Die möglicherweise aus Lachen stammenden von Moos, genannt Gugelberg, verzweigten sich im 15. Jahrhundert nach Graubünden. Ab dem beginnenden 17. Jahrhundert nannten sie sich Gugelberg von Moos. Durch das Bekleiden von städtischen und bischöflichen Ämtern, als Inhaber von Herrschaften sowie durch Heiratsverbindungen gelang es ihnen, im frühen 16. Jahrhundert in die Bündner Führungsschicht aufzusteigen. Ritter Hans Luzi von Moos genannt Gugelberg (1515 bei Marignano) führte 1512 bei der Eroberung der italienischen Untertanenlande die Churer Truppen an (Veltlin); im gleichen Jahr war er Churer Bürgermeister (Chur). 1522 erscheinen Joachim und Johann von Moos genannt Gugelberg als Inhaber der Herrschaft Marschlins. Johann von Moos genannt Gugelberg (1556) wird mehrfach als Churer Stadtarzt genannt. Der ebenfalls aus Chur stammende Hans von Moos genannt Gugelberg (1554), Hauptmann in französischen Diensten, begründete 1533 die Maienfelder Linie. 1551-1553 amtierte er als Landvogt der Herrschaft Maienfeld. Sein Sohn Luzius von Moos genannt Gugelberg (1579) war Stadtvogt von Maienfeld und 1559-1561 Podestà in Morbegno. Luzius' Bruder Ambrosius von Moos genannt Gugelberg (1546), 1563-1565 vicari in Sondrio, baute nach 1575 das von den Beeli erworbene Schloss Bothmar in Malans aus. Luzius' Sohn Johann Luzi Gugelberg von Moos war Podestà in Tirano. Zwischen 1615 und 1785 wurden von Angehörigen der Familie noch weitere fünf Mal Veltliner Ämter bekleidet. Während die Churer Gugelberg von Moos im 17. Jahrhundert mehrheitlich Spanien nahe standen, gehörte der Maienfelder Zweig, der 1654 in den Besitz von Schloss Salenegg gelangte, zumeist der französischen Partei an. Einzelne Angehörige dieses Zweiges standen als Offiziere auch in holländischen und englischen Diensten. Mehrfach erscheinen Bündner Gugelberg von Moos in Schul- und Universitätsmatrikeln, so um 1578 und 1590 Hans Luzi bzw. Johann Albert von Moos genannt Gugelberg in Zürich, 1609 und 1636 Johann Anton bzw. Ludwig Gugelberg von Moos in Basel sowie 1610 und 1679 Johann Anton bzw. Karl Gugelberg von Moos an der Rechtsfakultät in Padua. Hortensia Gugelberg von Moos sowie Maria Barbara Gugelberg von Moos wurden auf autodidaktischem Weg zu geachteten Wissenschaftlerinnen. Ulysses Rudolf Gugelberg von Moos (1809-1875) war ein gefragter Ingenieur. Im 20. Jahrhundert starb das Geschlecht im Mannesstamm aus.

Quellen und Literatur

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Zitiervorschlag

Silvio Färber: "Gugelberg von Moos", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 16.12.2009. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/021910/2009-12-16/, konsultiert am 12.07.2024.