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RetoRoedel

22.3.1898 Casale Monferrato (Piemont), 24.11.1991 St. Gallen, von Zuoz. Sohn des Johannes und der Nina geb. Pult. Lia Reviglio. Stud. der Literaturwissenschaft in Turin, 1926 Lizenziat. 1929 PD an der Univ. Zürich, 1934-63 o. Prof. für ital. Sprache und Literatur an der Hochschule bzw. Univ. St. Gallen. R. verfasste zunächst Theaterstücke ("Il posto vuoto" 1925) und Lyrik, später Prosa und literaturkrit. Aufsätze. Der Kontakt zu Tessiner Schriftstellern, v.a. zu Francesco Chiesa, mit dem er sich für die kulturellen Forderungen des Tessins (Rivendicazioni ticinesi) einsetzte, und seine krit. Auseinandersetzung mit dem Werk Manzonis ("Note manzoniane" 1934) lenkte seine Aufmerksamkeit vermehrt auf die Lombardei. Die künstler. Freiheit war für R. nicht abzulösen von der moral. Verbindlichkeit des Werks. Dieses Motiv aus seiner Beschäftigung mit Manzoni zeigt sich ebenfalls in seinen Dantestudien "Lectura Dantis" (1965). Sein Forschungsinteresse erstreckte sich auch auf die kulturellen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien ("Relazioni culturali e rapporti umani fra Svizzera e Italia" 1977) sowie auf die bildende Kunst, dort v.a. auf Giovanni Segantini. Schliesslich wandte sich R. erneut dem Theater zu und schrieb Hörspiele für das Radio der ital. Schweiz. Er war Vorstandsmitglied der Società Dante Alighieri und erhielt zahlreiche Ehrungen und Preise.

Quellen und Literatur

  • Omaggio a Reto R., hg. von B. Zanetti, 1978
  • P. Fontana, «Profilo di Reto R.», in Der Kt. St. Gallen und seine Hochschule, hg. von R. Dubs et al., 1989, 213-222
  • Scrittori del Grigioni italiano, hg. von A. und M. Stäuble, 1998, 125-134
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 22.3.1898 ✝︎ 24.11.1991

Zitiervorschlag

Fontana, Pio: "Roedel, Reto", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.04.2010, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/023276/2010-04-30/, konsultiert am 27.11.2020.