de fr it

Tatti

Aus Varese stammende Familie, die ab dem 15. Jahrhundert im öffentlichen Leben vor allem in Bellinzona und Biasca eine Rolle spielte. Stammvater der Linien von Biasca und Bellinzona war wahrscheinlich Guglielmo aus Varese. Zwei seiner Söhne, der 1450-1468 bezeugte Andreolo, Prior des Spitals von Pollegio, und der 1476-1478 bezeugte Battista, Podestà von Biasca, liessen sich in Biasca nieder, während ein dritter Sohn, Cristoforo (->), in Bellinzona ansässig wurde. Vom vierten Sohn, Bertolino, der wahrscheinlich in Bellinzona wohnte, ist wenig bekannt; dasselbe gilt für den fünften, den 1457 erwähnten Giovanni, der Nachkommen in Biasca und Bellinzona hatte. Ab dem Spätmittelalter wirkten die Tatti in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens von Bellinzona, unter anderem als herzogliche Beamte, Geistliche und Amtspersonen der Grafschaft, der Landvogtei und später des Kantons. Zu erwähnen sind der Notar Nicolao (->), Giovanni Giacomo (1638), Statthalter und Stifter der Privatkapelle der Familie in Pedevilla (Giubiasco), Andrea (1658-1739), Benediktiner und Brüderinstruktor in Einsiedeln, Francesco (1770-1827), ebenfalls Benediktiner in Einsiedeln und Lehrer am Kollegium Bellinzona, Andrea (1848), Richter am Kantonsgericht und Tessiner Grossrat sowie der Nationalrat Pierino (->). Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts lebten Mitglieder der Familie in Biasca und Bellinzona.

Quellen und Literatur

  • Ticino ducale I/2, 149; I/3, 222, 312
  • G. Pometta, Briciole di storia bellinzonese, 1977, 560 f.
  • G. Chiesi, Bellinzona ducale, 1988, 285
  • G. Chiesi, «Un priore nella tempesta», in UKdm 1, 1992, 128
  • HS IX/1, 255

Zitiervorschlag

Giuseppe Chiesi: "Tatti", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 11.03.2014, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/023552/2014-03-11/, konsultiert am 21.05.2024.