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Pioda

Die Fam ist seit dem 13. Jh. in Locarno bezeugt und unter dem Namen Piotti auch in Morbio Inferiore sowie mit weiteren Verzweigungen im Mendrisiotto und ab dem 16. Jh. in Vacallo belegt. Von diesem Zweig stammt Giuseppe Piotti ab. Der noch heute bestehende Locarneser Stamm gehört zur dortigen Bürgerschaft. Der soziale Aufstieg der Fam. war um die Wende zum 19. Jh. bereits vollzogen und fand seinen Ausdruck im herrschaftl. Haus an der Piazza S. Francesco. In Locarno, wo die P. ein Wirtshaus und einen Lebensmittelladen betrieben, waren sie im Getreide- und Holzhandel tätig, während sie im Locarnese einige Weingüter und Heuwiesen besasssen. Zudem waren die P. auch im ländl. Kleinkreditwesen tätig und liehen vielen Fam. der Umgebung, v.a. aus den nahen Tälern wie dem Onsernone, Geld. Im Lauf des 19. Jh. übernahmen zahlreiche Mitglieder der Fam., angefangen bei Giovan Battista (->), wichtige öffentl. Ämter als Regierungskommissare, Steuereinnehmer, Friedensrichter, Armee- und Strasseninspektoren sowie Schulleiter und sassen im kant. Parlament und in der Regierung. Der bekannteste Vertreter der Fam., Giovan Battista (->), bekleidete die höchsten polit. Ämter der Schweiz. Sein Neffe Alfredo (->) machte sich mit Studien zu Philosophie und Spiritismus einen Namen. Andere Mitglieder der Fam. wie Paolo (->) suchten ihr Glück in den Vereinigten Staaten. Das Familienvermögen wuchs beträchtlich an, als Giovan Battista (->), Sohn bzw. Enkel der oben Genannten, in die Fam. Federici aus Rom einheiratete. Dies ermöglichte es den P., 1921 ein grosses Landgut in Umbrien zu erwerben, wohin später die Erben aus Locarno zogen.

Quellen und Literatur

  • ASTI, FamA
  • F. Pedrotta, «I P. di Locarno», in BSSI, 1931, 1 f.
  • C. Agliati, «Le carte dei P. locarnesi [Repertorio delle fonti archivistiche]», in AST, 1992, Nr. 111
  • C. Agliati, «Una famiglia tra Europa e America», in I costruttori della Repubblica, 2005, 97-110

Zitiervorschlag

Agliati, Carlo: "Pioda", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.02.2010, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/024720/2010-02-22/, konsultiert am 26.11.2020.