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Hentsch

Aus Tzschecheln in der Niederlausitz (Brandenburg) stammende Bankiersfamilie. Um 1758 liess sich der Pfarrer Benjamin-Gottlob in Genf nieder, wo er als Privatlehrer wirkte. Sein Sohn Henri (->), auf den die Genfer Fam. zurückgeht, gründete 1796 die Bank Hentsch (ab 1835 Hentsch & Cie.). 1805 erwarb er ein Gut in Sécheron am Seeufer (heute Mon Repos), das sein Enkel Henry 1856 an Philippe Plantamour verkaufte, der es 1898 der Stadt Genf vermachte. Henris drei Söhne Isaac (1785-1868), Charles (1790-1854) und Albert (1804-55) stehen am Anfang von drei Familienzweigen. Der erste erlosch bereits in der zweiten Generation mit Albert (1822-46). Der zweite brachte bis heute fünf Generationen von Genfer Bankiers hervor, Teilhaber von Hentsch & Cie. (ab 1991 Darier Hentsch & Cie., ab 2002 Lombard Odier Darier Hentsch & Cie.). Albert, der Begründer des dritten Zweiges, war ebenfalls Bankier in Genf und versah verschiedene polit. Ämter. 1844 wurde er Genfer Staatsrat, flüchtete aber 1846 nach der Revolution der Radikalen nach Paris, wo seine zwei Söhne Stammvater je eines eigenen Familienzweiges wurden. Der erste Zweig franz. Nationalität zählt drei Generationen von Bankiers, zunächst in Paris, dann in Genf mit Conrad (1897-1970) bei Hentsch & Cie. Der zweite Zweig wandte sich ab der zweiten Generation vom Bankgeschäft ab. Paul (1874-1925) war Ingenieur und dessen ältester Sohn Henry (1909-84) Rektor eines Gymnasiums in Lausanne. William (1911-2004), Pauls jüngerer Sohn, wurde Pfarrer und erhielt 1956 das Bürgerrecht von Villars-Burquin.

Quellen und Literatur

  • AEG, Papiers Barde
  • P. Girard, Annales de la maison de banque H. & Cie., Genève, 1796-1946, 1946
  • Schweiz. Geschlechterbuch 12, 57-78
  • Le 200ème: 1796-1996: journal du bicentenaire de la banque Darier H. & Cie., 1995-96, Nr. 1-7
  • R. Hentsch, H.: banquiers à Genève et à Paris au XIXe siècle, 1996
Weblinks
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Zitiervorschlag

de Senarclens, Jean: "Hentsch", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 28.09.2005, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/025519/2005-09-28/, konsultiert am 23.11.2020.