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Gartenhauser

Geschlecht von Appenzell (Rhoden Rüte und Schwende), ab 1588 auch von Gais, heute Bürger von Appenzell und Herisau. Die Familie ist erstmals 1464 in Gais belegt. Möglicherweise stammt sie von Gartenhausen, einem 1282 erstmals erwähnten Quartier zwischen der Berneck und dem Müllertor in St. Gallen. Ihre grösste Bedeutung erreichten die Gartenhauser im 16. und frühen 17. Jahrhundert mit den beiden Landammännern Moritz (->) und Paul (->). Als 1588 die Reformierten den inneren Landesteil verlassen mussten, zog der neugläubige Paulus nach Gais.

Aus der innerrhodischen, katholisch gebliebenen Linie wandten sich verschiedene Angehörige dem geistlichen Stand zu: Martin (vor 1570-1621) als Pfarrer von Appenzell 1594-1599 und 1601-1618, Pater Martin (1563-1596), baccalaureatus der Philosophie, als Benediktiner in Einsiedeln, sowie Martin (1609-1667) als Pfarrer in Hemberg, Gossau, Niederbüren, Berg (SG), Sulgen, Oberegg und Mammern.

Quellen und Literatur

  • AWG, 87 f.
  • R. Fischer, Die Gründung der Schweizer Kapuzinerprovinz 1581-1589, 1955
  • H. Büchler, Die Politik des Landes Appenzell zwischen dem zweiten Kappeler Landfrieden und dem Goldenen Bund 1531-1586, 1969
  • F. Stark, 900 Jahre Kirche und Pfarrei St. Mauritius Appenzell, 1971, 91, 121

Zitiervorschlag

Hermann Bischofberger: "Gartenhauser", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.11.2006. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/025576/2006-11-20/, konsultiert am 06.02.2023.