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RudolfHilferding

10.8.1877 Wien, 12.2.1941 (vermutlich Suizid) Paris, isr., später konfessionslos, Österreicher, ab 1920 Deutscher. Sohn des Emil, Versicherungskaufmanns. 1) Margarethe Hönigsberg, 2) Rose Lanyi. Medizinstudium, 1901 Promotion. 1906 Berufung als Lehrer an die Parteihochschule der SPD in Berlin, 1907-15 Auslandredaktor des "Vorwärts". Mit seinem Hauptwerk "Das Finanzkapital" (1910) profilierte sich H. als einer der bedeutendsten sozialist. Theoretiker. 1922-33 im Parteivorstand der SPD, 1924-33 Reichstagsabgeordneter, 1923 und 1928-29 Reichsfinanzminister. 1933-38 wiederum als österr. Staatsbürger in Zürich, dann in Paris. In der Emigration dem engeren Kreis der Führung der Exil-SPD angehörig. Mitarbeiter des "Neuen Vorwärts" sowie Chefredaktor der "Zeitschrift für Sozialismus". In seinen Arbeiten befasste sich H. u.a. mit dem Verhältnis von Ökonomie und Politik im nationalsozialist. Deutschland. Die Wiedereinreise in die Schweiz wurde ihm 1940 vom Bundesrat verwehrt. Am 11.2.1941 wurde er in Südfrankreich von den Vichy-Behörden der Gestapo übergeben und starb einen Tag später im Gefängnis.

Quellen und Literatur

  • Nationalsozialismus und Marxismus, 1932
  • BHE 1, 295 f.
  • M. Schumacher, M.d.R., die Reichtagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus, 31994, 204-206
  • W. Smaldone, Rudolf H., 2000
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Lebensdaten ∗︎ 10.8.1877 ✝︎ 12.2.1941

Zitiervorschlag

Wichers, Hermann: "Hilferding, Rudolf", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.09.2009. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/027984/2009-09-03/, konsultiert am 05.12.2020.