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Carlo EvasioSoliva

27.11.1791 Casale Monferrato (Piemont), 20.12.1853 Paris, kath., von Semione (heute Gem. Serravalle). Sohn des Giovanni, Cafetiers, und der Lucia Cima, von Olivone (heute Gem. Blenio). 1826 Maria Kralewska, Sängerin aus Polen. 1815 erwarb S. das Diplom in Klavier und Komposition am Mailänder Konservatorium. 1816 debütierte er am Teatro alla Scala mit dem Melodrama "La testa di bronzo" nach einem Libretto von Felice Romani. Diese erste Oper erlebte 47 Aufführungen und wurde von Stendhal als Meisterwerk gelobt. Sie enthält Reminiszenzen an Mozart und entspricht einer Auffassung, die dem Orchester grössere Bedeutung beimisst als dem Gesang. Das erklärt auch das mässige Interesse, auf das die folgenden Opern, "Berenice d'Armenia", "La zingara dell'Asturia" (1817), "Giulia e Sesto Pompeo" (1818) und "Elena e Malvina" (1824) stiessen. Obwohl sie dem vorherrschenden Rossini-Stil nicht standhalten, zeugen sie von gewachsener vorromant. Sensibilität. In Mailand lernte S. zudem Giacomo Ciani kennen, der später Pate seines Sohnes Napoleone werden sollte. Vermutlich verliess er die Stadt aus polit. Gründen. 1821 war S. Gesangslehrer in Warschau, wo er Frédéric Chopin kennenlernte; 1830 dirigierte er das Konzert Nr. 1 mit dem Komponisten am Klavier. 1832 übernahm S. versch. musikalische Aufträge am Hof in St. Petersburg. 1841 verliess er Russland, 1843 hielt er sich im Elternhaus in Semione auf. Ab 1844 lebte er in Paris, gab Gesangsunterricht und komponierte Vokal- und Instrumentalkammermusik.

Quellen und Literatur

  • P. Carlomagno, C. Piccardi, Giulia e Sesto Pompeo, 1998
  • C. Piccardi, «Carlo S.», in Fiori musicologici, hg. von F. Seydoux, 2001, 397-479
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 27.11.1791 ✝︎ 20.12.1853

Zitiervorschlag

Carlo Piccardi: "Soliva, Carlo Evasio", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 10.02.2012, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/044788/2012-02-10/, konsultiert am 05.12.2022.