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Guillaume Thomas FrançoisRaynal

Abbé Raynal

Porträt auf dem Frontispiz der dritten Auflage der in Genf veröffentlichten sogenannten Histoire des deux Indes, 1780 (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern).
Porträt auf dem Frontispiz der dritten Auflage der in Genf veröffentlichten sogenannten Histoire des deux Indes, 1780 (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern). […]

12.4.1713 Lapanouse (Midi-Pyrénées), 6.3.1796 Chaillot (Paris), katholisch, Franzose. Der Philosoph, Schriftsteller und Priester, bekannt als Abbé Raynal, setzte sich in seiner Histoire philosophique et politique des établissements et du commerce des Européens dans les deux Indes (1770) kritisch mit dem Kolonialismus auseinander und sorgte für eine europaweite Polemik. 1780 musste er Frankreich verlassen und hielt sich 1783-1784 in der Schweiz auf. Nachdem sein Projekt eines Freiheitsdenkmals auf dem Rütli 1780 am Zögern der Urner Regierung gescheitert war, liess Raynal auf der Insel Altstatt beim Meggenhorn 1783 einen Obelisken aufstellen, der an die Gründung der Eidgenossenschaft und die Heldentat Wilhelm Tells erinnerte. Die Errichtung führte unter den Schweizer Aufklärern zu einer Grundsatzdiskussion über die Funktion und den Sinn von weltlichen Denkmälern. Bereits 1796 wurde der Obelisk durch einen Blitzschlag zerstört.

Quellen und Literatur

  • S. Moussa, «La Suisse dans l'histoire des deux Indes», in L'histoire des deux Indes, hg. von H.-J. Lüsebrink, A. Strugnell, 1995, 291-304
  • G. Bancarel, Raynal, ou Le devoir de vérité, 2004
  • G. Kreis, Zeitzeichen für die Ewigkeit, 2008, 212-214
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Zitiervorschlag

de Capitani, François: "Raynal, Guillaume Thomas François", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.01.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/045809/2020-01-24/, konsultiert am 24.09.2020.