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Tschütschi

Die Einsiedelei Tschütschi befindet sich in einem Waldgebiet oberhalb von Rickenbach SZ. Aufgrund archäologischer Untersuchungen lassen sich ihre Anfänge ins späte 12. Jahrhundert datieren. 1366 regelten zwei Waldbrüder ihren Nachlass zugunsten der Kapelle des heiligen Aegidius im Tschütschi. Die heutige Barockkapelle wurde 1672 dem heiligen Aegidius, der heiligen Verena und den 14 Nothelfern geweiht. An der häufig besuchten Gnadenstätte baten die Gläubigen für eine Vielzahl von Anliegen um Unterstützung. Zur Einsiedelei in der Waldlichtung gehören auch das im frühen 19. Jahrhundert erbaute Bruderhaus und ein Stall. Ab dem Spätmittelalter lebten im Tschütschi Eremiten, zum Teil Ordensangehörige. 1585-1587 diente das Tschütschi den ersten nach Schwyz berufenen Kapuzinern als Wohnstätte. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirkte ein Waldbruder als Schullehrer für die Kinder der Umgebung. Seit 2009 lebt die erste Eremitin im Tschütschi, Schwester Maria Baptista Klötzli. Gemäss Lokaltradition brachte der Waldbruder früher die neugeborenen Kinder.

Quellen und Literatur

  • M. Bamert, Tschütschi, 1987
  • M. Bamert, G. Descœudres, «Lob der Einsamkeit. Die Einsiedelei im Tschütschi ob Rickenbach», in Meisterwerke im Kt. Schwyz 2, hg. von M. Riek, M. Bamert, 2006, 56-61
Von der Redaktion ergänzt

Zitiervorschlag

Erwin Horat: "Tschütschi", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.05.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/046834/2012-05-23/, konsultiert am 19.06.2024.