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Logitech

1981 in Apples gegründeter schweizerisch-amerikanischer Computerzubehör-Hersteller (Computer), Weltmarktführer bei kabellosen Peripheriegeräten, mit Hauptquartier in Lausanne, Sitzen in Apples, Ecublens (VD) und Zürich sowie regionaler Zentrale in Newark (Kalifornien, USA).

Computermäuse der Firma Logitech, produziert zwischen 1982 und 1996 (Museum für Gestaltung Zürich, Designsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
Computermäuse der Firma Logitech, produziert zwischen 1982 und 1996 (Museum für Gestaltung Zürich, Designsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). […]

Der Name Logitech setzt sich zusammen aus "Logiciel" (= Software) und "Technologie"; die Gründer des Unternehmens waren Daniel Borel (bis 1998 CEO, bis 2008 Verwaltungsratspräsident), Pierluigi Zappacosta und Giacomo Marini. Das erste Erfolgsprodukt waren Computermäuse, von denen 1996 das 100-millionste Exemplar die Produktionsstätten verliess. Bis 2003 waren es 500 Millionen, bis 2008 eine Milliarde Computermäuse. 1988 wurde die Holding Logitech International S.A. gegründet. 1991 lancierte Logitech die erste kabellose Funkmaus, den Cordless MouseMan, und die erste speziell für Kinder entworfene Maus, die KidzMouse. Das Unternehmen verlagerte 1986 die Produktion teilweise nach Taiwan, ab 1994 produzierte es v.a. in Suzhou (China). Nach 2000 kam die Fertigung bei Partnerfirmen in Ungarn und Mexiko hinzu. 2002 ging Logitech eine strategische Vertriebspartnerschaft mit Digital China ein. Logitech dehnte die Produktepalette sukzessive aus; 1992 stellte es die Digitalkamera PhotoMan, 1994 das Gamepad WingMan und 1995 die Webcam VideoMan der Öffentlichkeit vor. CEO Guerrino De Luca (ab 1998) leitete einen langfristigen, erst 2015 abgeschlossenen Strategiewandel ein, mit dem sich das Unternehmen vom OEM-Modell (Belieferung der Original Equipment Manufacturer) abwandte und seine Produkte zunehmend direkt in den Handel brachte. Ausserdem erweiterte es das Angebot um Komponenten für das Heimkino, Joysticks, Kopfhörer und Fernbedienungen. Der Bedeutungsschwund des Personal Computers infolge des Aufkommens von Smartphones und Tablets, die anderes Zubehör erforderten, stürzte Logitech 2007 in eine nachhaltige Krise, die zum Abbau von 15% der Direktbeschäftigten (ohne Joint-Venture China) führte. Die 2009 in Angriff genommene Neustrukturierung brachte einerseits eine Stärkung des Designs, andererseits im Rahmen einer Multimarkenstrategie ein Vordringen in neue Produktbereiche wie z.B. Gaming oder Smart Home. Diese Massnahmen, die durch Übernahmen von Unternehmen wie Connectix (Webcams), Lifesize (Videokonferenzen, 2015 grösstenteils wieder abgestossen), Jaybird (Ohrhörer), Ultimate Ears (Kopfhörer), Astro Gaming (Spielkonsolen, Kopfhörer) und Blue Microphones erleichtert wurden, liessen Logitech Mitte der 2010er Jahre unter dem neuen CEO Bracken Darrell in die Gewinnzone zurückkehren. Das Unternehmen war 2018 bei den Peripheriegeräten Weltmarktführer, zu den gewichtigen Konkurrenten zählen Apple, Microsoft, Razer und JBL. Die Firma pflegte schon früh strategische Partnerschaften mit den meisten führenden PC-Herstellern und enge Beziehungen zur ETH Lausanne. Ab 1988 war Logitech an den Börsen von Genf und Zürich (seit 1993 zur Schweizer Börse zusammengeschlossen) kotiert, ab 1997 an der Nasdaq in New York. Logitech erzielte im Geschäftsjahr 2017­-2018 mit ca. 7000 Beschäftigten (davon 300 in der Schweiz) einen Umsatz von rund 2.5 Mrd. Franken.

Quellen und Literatur

  • Jaquier, Claire-Lise; Lattmann, Peter; Miller, Ignaz: "Daniel Borel (1950). Von Menschen und Mäusen. Logitech AG", in: Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (Hg.): Pioniere ­– 11 Unternehmer, die Schweizer Wirtschaftsgeschichte schreiben, 1999, S. 31-60.
  • Comtesse, Xavier: Dartfish, Logitech, Swissquote und Co. IT-Transformer, die neuen Akteure der Veränderung. Erfahrungsberichte von 10 IT-Unternehmen in der Schweiz, 2005.
  • Müller, Giorgio V.: "Logitech will nur noch Logi heissen", in: Neue Zürcher Zeitung, 10.7.2015.
  • Kowalsky, Marc: "Logitech-CEO Bracken Darrell: Der Mäusemacher", in: Bilanz, 10, 2017, S. 56-62.