de fr it

Kappel am Albis

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Affoltern, die am Fuss des Albis an der Grenze zum Kanton Zug liegt. Sie umfasst die ehemals zum Kloster Kappel gehörenden Hofsiedlungen Kappel, Uerzlikon und Hauptikon sowie verschiedene Einzelhöfe. 1885 wurde ein Teil der Ortschaft Ebertswil von Kappel abgetrennt und Hausen am Albis zugeschlagen. Bis 1911 hiess die Gemeinde Kappel. 1185 de Capella. 1634 256 Einwohner; 1799 438; 1850 743; 1900 697; 1950 676; 1980 567; 2000 865.

Die ältesten archäologischen Funde betreffen einen bronzezeitlichen Dolch in Uerzlikon und Spuren eines römischen Gutshofs an der Grenze zu Rifferswil. Die Geschichte des heutigen Gemeindegebiets ist eng mit dem Zisterzienserkloster Kappel verknüpft. Durch gezielte Erwerbungen verdichtete dieses bis gegen 1350 seinen eigenwirtschaftlich genutzten Besitz in der Umgebung, um ihn dann auch als Lehen auszugeben. Uerzlikon und wahrscheinlich auch Hauptikon entwickelten sich dagegen im Hochmittelalter zu Dörfern mit eigenen Zelgen. In Kappel wie in Uerzlikon besass das Kloster das Niedergericht. Mit der Kastvogtei gelangten diese Rechte 1309 von den Freiherren von Eschenbach an Habsburg und von da an die von Hallwyl. 1415 erwarb Zürich das Hochgericht Affoltern, 1496 auch die faktisch bereits zuvor ausgeübte Klostervogtei. Nach der Reformation verwaltete die Stadt Zürich bis 1798 den ehemaligen Klosterbesitz als Klosteramt Kappel. 1527 übernahm die neu gebildete Kirchgemeinde Kappel, zu der bis 1885 auch Ebertswil zählte, die Klosterkirche. 1529 und 1531 war Kappel Aufmarsch- bzw. Schlachtort in den nach ihm benannten Kriegen. 1835 gründeten die Gemeinden des Bezirks Affoltern im ehemaligen Kloster ein Armenhaus, dem 1878 eine kantonale Korrektionsanstalt und 1895 ein Krankenasyl angegliedert wurde. Noch zu Beginn der 1950er Jahre war Kappel eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, bevor sie sich dann zu einem Wohnort von Pendlern nach Zug und Zürich entwickelte.

Quellen und Literatur

  • P. Vogelsanger, Kurze Gesch. von Kappel, 1185-1985, 1985
  • B. Schneider, Von den Klostergütern zur selbständigen Gem., 1988
Von der Redaktion ergänzt
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Martin Leonhard: "Kappel am Albis", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.11.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000006/2014-11-26/, konsultiert am 27.05.2024.