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KnonauGemeinde

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Affoltern. Dorf mit den Weilern Baregg und Uttenberg an der Grenze zum Kanton Zug. 1045 Chnonowa (Kopie), 1223 Knonowe. 1450 ca. 110 Einwohner; 1634 226; 1750 359; 1850 594; 1900 529; 1950 649; 2000 1445.

In Knonau wurden ein römischer Gutshof und 1826 das frühmittelalterliche Gräberfeld Binzegg gefunden. 1486 wurde erstmals ein Gasthaus erwähnt. Frühe Grund- und Zehntenbesitzer in Knonau waren die Klöster Schänis (1045 Kirche und Hof, später Meierhof) und Murbach-Luzern. Die Herrschaft über das Dorf war dreistufig. Hochgerichtlich gehörte Knonau erst zum habsburgischen Amt Zug, ab 1415 zu Zürich. Die Vogtei mit einer Busskompetenz von mehr als drei Schilling war im 14. Jahrhundert an die Zürcher Familie Mülner, danach an die Herren von Rüssegg und Hünenberg verliehen. Bussen bis zu drei Schilling sprach der Meier des Klosters Schänis aus, d.h. ein Vertreter der 1363 in Zürich eingebürgerten Familie Meyer von Knonau. Der Zürcher Bürgermeister Johannes Meyer von Knonau kaufte 1398 die Vogtei Knonau und vereinigte damit alle niedergerichtlichen Kompetenzen. 1508 löste die Stadt Zürich die lehensrechtlichen Bindungen zwischen Schänis und der Familie Meyer, die Bauern von Knonau mussten dem Kloster aber über die Reformation hinaus Grundabgaben leisten. Herrschaftsrechtliche Bestimmungen für das Dorf Knonau sind in den Offnungen der Vogtei Knonau von 1414 und des Klosters Schänis von 1461 enthalten. 1512 erwarb die Stadt Zürich die Rechte über Knonau und bildete mit der Landvogtei Knonau einen neuen Verwaltungskomplex. Das Schloss, Sitz des Landvogts, wurde wohl um 1525 errichtet. Die frühmittelalterliche Kirche (8./9. Jh.) wich 1519 einem Neubau. Die Patronatsrechte lagen bis 1694 beim Kloster Schänis. 1836 zählte man in Knonau neben Landwirtschafts- und Handwerksbetrieben (drei Schmieden) über 30 Weberinnen. 1864 wurde die durch Knonau führende Bahnlinie Zürich-Zug eröffnet. Das Dorf entwickelte sich im 20. Jahrhundert zur Pendlergemeinde der Agglomerationen Zürich und Zug. Zwei Drittel der Erwerbstätigen waren im Jahr 2000 Weg- und ein Fünftel Zupendler. Knonau liegt an der lange umstrittenen, sich seit 2002 im Bau befindenden Autobahn A4 durch das Knonauer Amt.

Quellen und Literatur

  • StAZH, Zürcher Rechtsquellen, Ms.
  • B. Schneider, Gesch. der Gem. Knonau, 1982
  • Das Knonauer Amt, 2005
Von der Redaktion ergänzt

Zitiervorschlag

Martin Illi: "Knonau (Gemeinde)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.08.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000007/2007-08-21/, konsultiert am 27.01.2023.