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Dorf

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Andelfingen, am Eingang des Flaachertals gelegen. 1044 Dorf (Urkundenkopie 1347). 1467 50 Einwohner; 1634 187; 1850 413; 1900 336; 1950 295; 1970 280; 2000 593.

Bei der Kirche Dorf ist eine spätbronzezeitliche Siedlung belegt. Auf einer Anhöhe östlich des Dorfs liegt der spätmittelalterliche Herrensitz Goldenberg. Frühe Grundbesitzer in Dorf waren die Klöster Allerheiligen und Töss sowie das Haus Kyburg. Die mittelalterlichen Herrschaftsrechte waren aufgesplittert. Die niedere und hohe Gerichtsbarkeit über einen Teil von Dorf lag beim habsburgischen Amt Andelfingen, dessen Pfandschaft 1434 die Stadt Zürich löste. Im 13. und 14. Jahrhundert gelang es dem Kloster Töss, durch Schenkung und Tausch einen aus fünf Höfen bestehenden Verwaltungskomplex zu bilden (1538 belegt). Seine Rechte liess es durch die ortsansässigen Herren von Gachnang-Goldenberg wahrnehmen (1408 belegt). Ausserdem besass ab 1335 auch das Kloster Allerheiligen Vogteirechte in Dorf. Bei Bodenforschungen in der Kirche 1966 wurde ein romanisches Gotteshaus erfasst, das in den Quellen um 1360 als Filiale der Pfarrkirche Andelfingen erscheint. Die in der Reformationszeit profanierte Kirche wurde 1580 wieder in Stand gesetzt. Seit 1699 ist Dorf eine eigene Kirchgemeinde.

1247 wird Dorf als villa bezeichnet, 1453 tritt die Dorfgemeinschaft in einem Streit um Wasserrechte auf. Ihre Weiderechte werden 1527 genannt, die Zelgen 1538. Erst 1748 gelangte Dorf in den Besitz eines Einzugsbriefs. Wichtigster Erwerbszweig war stets die Landwirtschaft (1771 Ackerbau 52%, Wiesen und Weide 16%, Reben 7%, Wald 25%), das Handwerk war nur beschränkt vertreten (1771 je ein "Mühlenmacher", Schmied, Weber, Küfer, Bäcker und Schuster). 1867 kämpfte die Gemeinde für eine Strassenverbindung durch das Flaachertal, 1873 nahm die Reisepost Henggart-Dorf-Flaach ihren Betrieb auf (ab 1921 motorisiert). Die Güterzusammenlegung wurde 1939-1947 vorgenommen. 2000 arbeiteten noch je ein Drittel der in Dorf Erwerbstätigen im 1. und 3. Sektor. Der Wegpendleranteil lag bei zwei Dritteln.

Quellen und Literatur

  • E. Stauber, Gesch. der Kirchgem. Andelfingen, 3 Bde., 1940-43
Von der Redaktion ergänzt
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GND

Zitiervorschlag

Martin Illi: "Dorf", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 08.02.2005. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000020/2005-02-08/, konsultiert am 08.12.2022.