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Henggart

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Andelfingen. Im Zürcher Weinland an der A4 und der Bahnlinie Winterthur-Schaffhausen gelegen. 1228 de Hengart. 1733 290 Einwohner; 1850 279; 1910 388; 1950 464; 1960 712; 1980 970; 2000 1621.

Römische Siedlungsspuren bei der Kirche. Burghügel und Ringwall Schlossbuck, ca. 500 m östlich des Dorfes, sind eher Überreste eines Refugiums der Frühzeit als einer mittelalterlichen Burg. Ab 1228 bezeugte kyburgische Dienstleute von Henggart verliessen im 13. Jahrhundert ihre Burg, einen kleinen Wehrturm auf dem Kirchhügel, verarmten im 14. Jahrhundert und gingen in der Bürgerschaft der Stadt Laufenburg auf. Der Grundbesitz lag im Spätmittelalter vorwiegend in den Händen der Klöster Rheinau, Allerheiligen, Kappel, Töss und des Stifts Kreuzlingen. Die Grenze des Blutgerichts zwischen den Herrschaften Kyburg und Andelfingen verlief mitten durch das Dorf. So gelangte Henggart definitiv 1452 mit Kyburg bzw. 1434 mit Andelfingen an Zürich. Der 1820 in klassizistischem Stil erbauten Kirche gingen ein hoch- bzw. spätmittelalterliches Gotteshaus voraus. Die Kollatur der 1275 erwähnten Kirche wechselte 1474 von Rheinau zum Domstift Konstanz und kam vermutlich mit der Reformation an Zürich. Getreidebau wurde im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit im Dreizelgensystem (1471 belegt) betrieben, daneben und bis heute Graswirtschaft und Weinbau. 1783 zählte Pfarrer Irmiger 15 Bauernhaushalte, 11 Halbbauern, 11 Tauner und einige Arme. Im Turpenloch wurde ab 1735 Torf gestochen, wegen Holzmangels 1798-1799 und im Ersten Weltkrieg intensiviert. 1799 erlitt Henggart nach einem Gefecht zwischen österreichischen und französischen Truppen Plünderungen, die Einwohner flohen über die Thur nach Ossingen. Mit der 1857 eingeweihten Rheinfallbahn erhielt Henggart eine Station an der Strecke Winterthur-Schaffhausen. 1895 folgte eine moderne Wasserversorgung. Bereits 1938 fand eine Güterzusammenlegung statt. Das 1831 erstellte Primarschulhaus wurde 1971 durch einen Neubau mit Turnhalle ersetzt. Der übliche Rückgang der Landwirtschaft ab den 1960er Jahren war begleitet von starker Bautätigkeit (1967 Bauordnung). Henggart ist aufgrund seiner Lage in einem Erholungsgebiet begehrter Wohnort.

Quellen und Literatur

  • V. Zandonella, W. Straub, Henggart, 1991
Von der Redaktion ergänzt
Weblinks
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GND

Zitiervorschlag

Valentin Zandonella: "Henggart", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 11.12.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000025/2007-12-11/, konsultiert am 01.12.2022.