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Unterstammheim

Ehemalige Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Andelfingen, Dorf im Zürcher Weinland, bildet seit 2019 mit Oberstammheim und Waltalingen die Gemeinde Stammheim. 761 Stamhaim. 1212 Stamheim [...] et inferiori. 1467 44 Haushalte; 1637 407 Einwohner; 1663 637; 1695 602; 1746 600; 1850 756; 1900 645; 1950 655; 2000 845; 2010 875; 2018 928.

Unterstammheim: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Unterstammheim: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Entdeckt wurden eine mögliche neolithische Terrassensiedlung am Rodelberg, frühbronzezeitliche Siedlungsspuren an der Burghalde und frühmittelalterliche Grubenhäuser nördlich vom Dorf, die wahrscheinlich zu der 868 belegten, im Spätmittelalter abgegangenen Siedlung Aeppelhusen (Appilinhusun) gehörten. Unterstammheim bildete mit Oberstammheim das Niedergericht bzw. 1464-1798 die Zürcher Obervogtei Stammheim. In Unterstammheim sind frühe Zeugen des ländlichen Fachwerkbaus erhalten, zum Beispiel das dendrochronologisch auf 1420 datierte Girsberghaus. Zu den Stammheimer Gemeindegütern gehörte ab 1501 auch der 1429 angelegte Aeppelhuser Fischweiher, der 1727 austrocknete. 1531 wurde das Gemeindehaus errichtet (Saal mit 25 Wappenscheiben aus dem 16. und 17. Jahrhundert, heute Ortsmuseum). 1652 erfolgte die Trennung der damaligen Gemeinde Stammheim in Unterstammheim und Oberstammheim. Im Spätmittelalter diente die Marienkirche von Unterstammheim als Pfarrkirche für das ganze Stammertal. 1303 verkaufte das Kloster St. Gallen die Patronatsrechte dem Haus Klingenberg. Nach verschiedenen Handänderungen kamen sie 1508 wieder zu St. Gallen. 1808 trat der Kanton St. Gallen als Rechtsnachfolger des Klosters die Kollatur an den Kanton Zürich ab. 1828 wurden Nussbaumen und Schlattingen aus der Kirchgemeinde Stammheim entlassen, die aus Unterstammheim, Oberstammheim (ohne Wilen) und Waltalingen besteht. 1875 nahm die Nationalbahnlinie von Winterthur nach Etzwilen den Betrieb auf. 1919-1927 und 1964-1986 führte Unterstammheim mit Oberstammheim und Waltalingen Meliorationen durch. 2005 stellte der 1. Sektor (mit Spezialkulturen wie Hopfen und Tabak) knapp 27%, der 2. Sektor gut 19% der Arbeitsplätze in Unterstammheim.

Quellen und Literatur

  • A. Farner, Geschichte der Kirchgemeinde Stammheim und Umgebung, 1911
  • W. Bachmann, Der Einfluss von Bodenverbesserungen auf die wirtschaftliche Struktur eines Gebietes, 1949
  • H. Frei, Die gemeinsame Trinkstube zu Unterstammheim, 2011
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Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
761: Stamhaim
1212: Stamheim [...] et inferiori