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Hochfelden

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Bülach, die das gleichnamige Dorf an der Glattschlaufe bei Bülach und Wilenhof umfasst. 886 Hofelda. 1467 10 Haushalte; 1836 456 Einwohner; 1850 563; 1900 529; 1950 515; 1980 928; 2000 1579.

Die Hauptsiedlung Hochfelden bezog ihren Namen von einer erhöhten Ackerflur, an deren Rändern noch die Siedlung Wilen und die abgegangenen Weiler Helikon und Bruderhaus lagen. Im 13. Jahrhundert erwarb das Zisterzienserkloster Wettingen Grundbesitz und Mühlen in Hochfelden, das aber nicht den Status einer Grangie erlangte. Als Teil der habsburgischen Grafschaft Kyburg kam Hochfelden 1424 zu Zürich bzw. 1442 zum Neuamt. Die niedere und grundherrliche Gerichtsbarkeit übte das Kloster Wettingen aus. In der frühen Neuzeit konnte dieses seine Rechte nicht mehr geltend machen; ein Versuch des Wettinger Abtes, das Gericht in Hochfelden zu beleben, schlug Ende des 17. Jahrhunderts fehl. Während der Helvetik zählte Hochfelden zum Distrikt Bülach. Kirchlich gehört es zu Bülach. Die im "Konstanzer Marchenbuch" von 1370 erwähnte Filialkapelle ging zu einem unbekannten Zeitpunkt ab (Kapellengut bis 1844). Die Gebühren des ersten Einzugsbriefes von 1573 wurden jeweils 1642, 1664 und 1681 verdoppelt. Im 18. Jahrhundert verfügte Hochfelden über 450 Jucharten Gemeindewald, davon 250 Jucharten Laub- und 100 Jucharten Eichenwald (Schweinezucht). Um 1790 war schon mehr als ein Viertel der Bevölkerung in der Baumwollspinnerei beschäftigt; mehrere Betriebe wie die Spinnerei Hochfelden oder die Baumwollzwirnerei Hochfelden (1868-1962) siedelten sich am Glattlauf an. Ein Brand zerstörte 1847 Teile des Dorfs. Mit der Glattkorrektion 1975-1981, bei der das Flussbett 100 m nach Osten verschoben wurde, erfuhr der Dorfkern eine tief greifende Umgestaltung. Um den Bezug der historischen flussständigen Fassaden zum Wasser zu erhalten, wurde ein Dorfweiher angelegt. Gleichzeitig wurden die Strassen saniert, und nördlich des Dorfes schuf der Kanton künstlich eine naturnahe Flusslandschaft (ca. 8 ha Schutzfläche).

Quellen und Literatur

  • SSRQ ZH 2/1
  • K. Wanner, Siedlungen, Kontinuität und Wüstungen im nördl. Kt. Zürich, 1984, 70-79
Von der Redaktion ergänzt
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GND

Zitiervorschlag

Martin Illi: "Hochfelden", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 18.12.2007. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000047/2007-12-18/, konsultiert am 02.12.2022.