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Höri

Politische Gemeinde des Kantons Zürich, Bezirk Bülach. Höri umfasst die Siedlungen Ober- und Niederhöri westlich sowie Endhöri (früher Ennethöri) östlich der Glatt. 1149 Hoerein. 1467 ca. 55 Einwohner; 1634 257; 1790 355; 1850 574; 1900 515; 1941 471; 1950 569; 1970 2103; 2000 2300.

Die Vogtei über den Kuecheler Hof in Endhöri gelangte 1329 an das Kloster Rüti. Nach dessen Aufhebung 1525 übte Zürich das Niedergericht aus. Die Vogtei über Niederhöri ging 1424 von den Habsburgern an Zürich über, auf diejenige über Oberhöri musste Bernhard Gradner, der Nachfolger der Freiherren von Tengen, 1476 zugunsten Zürichs verzichten. Das Hochgericht über die drei Dörfer übernahm Zürich 1424 von den Habsburgern. Durch die Rückgabe der Herrschaft Kyburg gelangte Endhöri 1442 wieder an Habsburg, während die westlich der Glatt gelegenen Ober- und Niederhöri Teile der Obervogtei Neuamt wurden. Endhöri kam 1452 an die Zürcher Landvogtei Kyburg und wurde 1667/1689 dem Neuamt zugeteilt. Kirchlich gehörte Höri zur Pfarrei Bülach. Die gemeinsame Allmendnutzung der drei Siedlungen führte in der frühen Neuzeit trotz getrennter Zelgenwirtschaft zur Ausbildung der vereinigten Dorfgemeinde Höri. Aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts existiert eine Offnung, von 1525 und 1560 Einzugsbriefe. Im 15. bis 18. Jahrhundert brachen wiederholt Nutzungsstreitigkeiten mit Neerach und Ried im heutigen Naturschutzgebiet des Neeracher Rieds aus. In Höri, das abseits wichtiger Verkehrswege lag, entwickelten sich bis ins 19. Jahrhundert nur wenige nicht-agrarische Erwerbsformen (1835-1892 Spinnerei Oberhöri). 1798 entstand die politische Gemeinde Höri, die schliesslich 1831 dem Bezirk Bülach zugeordnet wurde. Beim Bau der Schweizerischen Nordostbahnstrecke Oerlikon-Bülach 1865 erhielt Höri keine Bahnstation. Mit der Entwicklung des Flughafens Kloten in den 1950er und vor allem in den 1960er Jahren setzte nach einer langen Stagnation eine grosse Bautätigkeit ein, wodurch Höri in die Agglomeration Zürich einbezogen wurde. Die Fluglärmbelastung bewog die Gemeinde zu einer aktiven Schutzpolitik. Seit der Eröffnung der Autobahn Kloten-Bülach 1969 siedelte sich östlich von Endhöri Industrie an.

Quellen und Literatur

  • P. Nussberger, E. Schneiter, Bezirkschroniken des Kt. Zürich 5, 1962, 81 f.
  • H. Kläui et al., Aus der Geschichte der Gem. Höri, 1992
  • T. Weibel, Hist. Kurzbeschreibungen der Siedlungen im Neuamt, 1995, 19-21
Von der Redaktion ergänzt
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GND

Zitiervorschlag

Ueli Müller: "Höri", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.03.2010. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/000048/2010-03-25/, konsultiert am 26.02.2024.